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Börseneinschätzung vom 28. November 2019

Truthahn-Illusion zu Thanksgiving

Das Futter kommt regelmäßig, man vertraut dem Bauern und dennoch folgt am Ende die Schlachtung – diese Truthahn-Analogie könnte passenderweise zu Thanksgiving auch mit den Anlegern geschehen. Die Börsen verteidigen derzeit ihre wackeligen Hochs. Eine Garantie für ein Halten gibt es jedoch nicht.

Viele Millionen Truthähne erleben heute – insbesondere in den USA – ein böses Erwachen. Seit Monaten werden sie gefüttert und haben Vertrauen in den Bauern entwickelt. Und doch werden sie heute geschlachtet – eine böse Überraschung. Mit dieser Thanksgiving-Analogie werden immer wieder gern überraschende Kursbewegungen erklärt.

Anlegern könnte es ähnlich ergehen. Seit Monaten kennen die Aktienmärkte nur eine Richtung – die nach oben. Der Dow erklimmt ein Allzeithoch nach dem anderen. Auch S&P 500 und Nasdaq klettern kontinuierlich. Nur der kleine Bruder DAX tritt kurz vor 13.300 Punkten unentschlossen auf der Stelle.

Die Anleger haben sich, ähnlich wie die Truthähne, daran gewöhnt, dass es an den Börsen aufwärts geht. Trotz der nach wie vor durchwachsenen Konjunkturzahlen, der globalen wirtschaftlichen Verlangsamung und des Zollstreits zwischen den USA und China ist der Optimismus groß, dass die Kurse weiter steigen. Viele Anleger verlassen sich dabei darauf, dass die Notenbanken weiter fleißig Liquidität bereitstellen. In diesem sicher geglaubten Umfeld, das zudem auf der Zinsseite keine Alternativen mehr bietet, fühlen sich die Anleger sicher.

Konjunkturbild weiter trüb

Dieses Sicherheitsgefühl ist jedoch trügerisch. Zwar werden die Notenbanken die Märkte weiter mit Geld versorgen. Eine globale konjunkturelle Abkühlung werden sie damit aber nicht verhindern. Der Ölpreis zeigt mit seinem verhaltenen Seitwärtstrend an, dass sich die Lage noch nicht gebessert hat. „Die meisten Indikatoren aus der Industrie signalisierten weiter eine schwache oder abnehmende Sektoraktivität. Diese zeigt sich zum Beispiel in den Kernländern der Eurozone, Deutschland und Frankreich, aber auch in der Schweiz und in den skandinavischen Ländern", so Adrien Pichoud, Chief Economist und Portfolio Manager bei SYZ Asset Management.

Ähnlich kommentiert Darren Williams, Chefvolkswirt beim Asset Manager AllianceBernstein, die Lage. „Nach unseren Einschätzungen wird 2020 für die globale Konjunktur das schwächste Jahr seit der globalen Finanzkrise 2009."Zwar dürfte das die Notenbanken erneut auf den Plan rufen, zunächst an der Börse aber auch für kräftigen Abgabedruck sorgen.

Hongkong könnte zur globalen Krise werden

Die jüngsten Entwicklungen in Hongkong könnten leicht zum Auslöser einer kräftigen Korrektur werden. Die USA haben sich sehr klar auf die Seite der Demonstranten in Hongkong gestellt. Das ist ein Affront gegen Peking. China hat bereits Vergeltungsmaßnahmen angekündigt, dabei aber offen gelassen, wie diese aussehen könnten. Aber selbst ein Rücktritt von den für Mitte Dezember anberaumten Handelsgesprächen schließen wir nicht aus.

Riskant in diesem Umfeld ist, dass die Volatilität auf einem sehr niedrigen Niveau angekommen ist. Seit einigen Tagen sind an der US-Terminbörse steigende Prämien bei Produkten zu beobachten, die zur Absicherung gegen höhere Schwankungen und damit fallende Kurse dienen, hören wir vom Broker CMC.

Fazit: Wir halten die Börsen weiterhin für stark korrekturanfällig. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, daher abzusichern. Neue Käufe im DAX erst zwischen 12.200 bis 12.500 Punkten.

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