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Umschichtungen in Währungsreserven – Studie des IWF

Der Dollar verliert international anhaltend an Boden

Comic-Figur, Person trägt Sack mit Dollarzeichen davon. © ojogabonitoo / stock.adobe.com
Der Dollar verliert als Reservewährung international an Bedeutung. Dagegen gewinnen nicht traditionelle Währungen als Reservewährungen deutlich an Boden. Diese Beobachtungen geben Hinweise darauf, wie sich das internationale Währungs- und Finanzsystem in Zukunft entwickeln könnte.

Lag der Anteil des USD an den internationalen Reserven zur Jahrtausendwende noch bei 71%, sind es nun nicht einmal mehr 60%. Die Entwicklung ist eine Folge von bewusst durchgeführten Diversifikationsmaßnahmen der Verwalter der Währungsreserven der internationalen Zentralbanken, heißt es in einer brandaktuellen Studie des Internationalen Währungsfonds, IWF.

Immer weniger Länder knüpfen ihre Heimatwährungen an den Dollar (peg). Es habe weder etwas mit Wechselkurs- und Zinsänderungen noch der Ansammlung von Reserven durch eine kleine Handvoll Zentralbanken mit großen und ausgeprägten Bilanzen oder von Änderungen in der Erfassung von Erhebungen über die Zusammensetzung der Reserven zu tun. Es entspricht auch dem rückläufigen Anteil der USA am weltweiten GDP. Er sank von der Jahrtausendwende bis heute von rund 30% auf etwa 25%.

Euro stagniert

Der Euro wiederum hat nur minimal „Land gewonnen“: IM selben Zeitraum stieg sein Anteil von 18,5% auf leicht über 20% an. Ein Erfolg ist das jedoch nicht: Denn der Euro erlebte seine Geburtsstunde erst am 1. Januar 1999. Das heißt: Die europäische Gemeinschaftswährung hat sich international in den 20 Jahren kein zusätzliches Vertrauen erworben.

Bemerkenswerterweise ging der Rückgang des Dollaranteils nicht mit einem Anstieg der Anteile von Pfund Sterling, Yen und Euro einher, anderen langjährigen Reservewährungen und Einheiten, die zusammen mit dem Dollar in der Vergangenheit die Sonderziehungsrechte des IWF umfassten . Vielmehr erfolgte die Umschichtung des Dollars in zwei Richtungen: zu einem Viertel in den chinesischen Renminbi und zu drei Vierteln in die Währungen kleinerer Länder, die bislang eine begrenztere Rolle als Reservewährungen gespielt haben.

Zahlreiche "Diversifier" ausgemacht

Die Umschichtung in nicht-traditionelle Reservewährungen sei „erheblich und auch breit abgestützt“. Der Anteil nicht traditioneller Reservewährungen stieg von einem vernachlässigbaren Niveau um die Jahrhundertwende auf etwa 1,2 Billionen US-Dollar und 10 Prozent der gesamten identifizierten Reserven im Jahr 2021. Der IWF identifizieren 46 „aktive Diversifizierer“. Das sind Länder mit einem Anteil an offiziellen Reserven in nicht-traditionellen Währungen von mindestens 5 Prozent Ende 2020. Dazu zählen der Australische Dollar, der Kanadische Dollar, der Schweizer Franken, der chinesische Renminbi, der Koreanische Dollar, die Schwedenkrone, der Singapur-Dollar, die Norwegische krone, die Dänische Krone, der Neuseeland-Dollar und der Hongkong-Dollar. Verantwortlich dafür sind Verbesserungen der Marktliquidität, der relativen Renditen – Stichwort: Nullzinsen – und der Verbesserung des Reservemanagements. Zudem sinken die Transaktionskosten. Sie erhöhen die Anziehungskraft nicht traditioneller Reservewährungen. Auch werden die Währungsmanager in den Zentralbanken aktiver, bewegen häufiger das Portfolio.

Eine besondere Rolle im Reservegeschehen spielen die Notenbanken der Schweiz und Chinas. Die Gesamtreserven der SNB stiegen in den letzten zwei Jahrzehnten auf eine Billion Dollar. Da der Dollaranteil dieser Reserven unter dem weltweiten Durchschnitt liegt, ist es möglich, dass dies den Anteil des Dollars gedrückt hat. Ebenso stiegen die chinesischen Reserven an. Sie betragen mehr als drei Billionen Dollar, und der Dollaranteil dieser Reserven lag 2014–16 unter dem globalen Durchschnitt. Anhaltend beliebt bleibt dagegen die Verschuldung in US-Dollar. Die öffentliche Auslandsverschuldung stieg insbesondere im zweiten Jahrzehnt des Jahrtausends stark an.


 

Fazit: Für Anleger zeigen sich hier interessante Diversifikationsmöglichkeiten in die genannten „Ersatz-Reservewährungen“ (Diversifier). Ihr zunehmender Anteil in den Reserveportfolios verspricht eine gewisse Stabilität und abnehmende Volatilität.

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