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In der Eurozone mausert sich ein neuer Klassenprimus

Die Gewichtung verschiebt sich

Das Konjunkturbild der Eurozone bleibt gelinde gesagt durchwachsen. Dadurch entstehen Verschiebungen bei der Bedeutung einzelner Branchen und Sektoren. Ein Land schafft es allerdings derzeit entgegen dem allgemeinen Konjunktur-Trend zu schwimmen.

Die wirtschaftlichen Gewichte in der Eurozone verschieben sich. Die noch vorhandenen expansiven Impulse kommen derzeit von der Binnennachfrage. Der Export schwächelt. Entsprechend gibt es eine sektorale Verschiebung: weg von der Industrie hin zu den Dienstleistern. Und eine geografische, hin zu den stärker auf die Binnennachfrage orientierten Staaten mit Frankreich an der Spitze. Der Exportweltmeister Deutschland leidet dagegen unter Kurzatmigkeit.

Die Einkaufsmanager-Indizes der Eurozone unterstreichen diese Bewegung. Der Gesamtindex legt von 50,7 auf 51,4 Punkte zu. Der Dienstleister-Index springt deutlich von 50,8 auf 52,3 (Konsens 51,3 Punkte). Gleichzeitig fällt der Index der verarbeitenden Industrie klar in den Kontraktionsbereich auf 49,2 Punkte (Konsens 50,4) nach 50,5 Punkten.

Frankreich kämpft gegen den Strom

Die deutsche Industrie trifft es besonders. Deren Index fällt auf 47,6 Punkte tief unter den roten Strich. Erstmals seit Frühjahr 2013 wird ein Rückgang der Produktion notiert. Dagegen arbeiten sich die Franzosen mit 49,8 Punkten (zuvor 47,9) aus ihrem Tief heraus.

Die Euro-Hüter sehen in dieser Lage ein klares Übergewicht der Risiken. Das schließt für sie auf absehbare Zeit Straffungen aus. Eher sind zusätzliche expansive Impulse gefragt. In erster Linie wird das durch Langfrist-Repos (LTRO) geschehen. Momentan werden diese an den Märkten umso eher erwartet, als alte Geschäfte dieses Typs in den nächsten Wochen auslaufen. Für sich genommen wäre das eine Belastung.

Fazit: Alle Daten und Einschätzungen aus der EZB deuten auf eine neuerliche leichte indirekte geldpolitische Lockerung hin. Das schwächt den Euro. Als Anlagewährung bleibt er damit unattraktiv.

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