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Dienstleistungen und Industrie fallen auseinander

Euro problembelastet

Euro problembelastet. Copyright: Pexels
Die Finanzpolitik in der Eurozone ist wenig nachhaltig. Das zeigt ein Blick auf die Inflationsraten. Zugleich wird sichtbar, dass die Industrie an Dynamik verliert. Das wird der Dienstleistungssektor nicht kompensieren können. Der Euro muss gemischte Signale verarbeiten.

Die Konjunktur in der Eurozone sendet gemischte Signale – und das schwächt den Euro. Im Dienstleistungssektor hellen sich die Stimmung und die Aussichten aufgrund der Lockerungen der Corona-Beschränkungen auf.  Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor ist im Juni weiter auf 58,3 gestiegen. Das deutet auf eine spürbare Expansion in diesem Sektor hin. Die steht wegen der Ausbreitung der Delta-Varianten aber auf wackeligem Grund.

Anders die Industrie. Sie ist derzeit mit angezogener Handbremse unterwegs. Zwar ist der Einkaufsmanagerindex im Juni mit 63,4 auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Doch die „harten“ Daten sprechen eine andere Sprache. Trotz der lebhaften Nachfrage stagniert die Industrieproduktion seit Jahresbeginn. Der zunehmende Mangel an Vorprodukten (Stichwort Lieferkette) bremst die Produktion immer stärker.

Konjunkturboom und Inflations-Dynamik

Parallel zur anziehenden Wirtschaft steigen auch in Europa die Inflationsraten. Die teilweise starke Verteuerung von Produkten bekommen inzwischen auch die Verbraucher zu spüren. Das wird sich im Konsumverhalten niederschlagen. Und es könnte Bremseffekte verursachen. Die Commerzbank hat ihre Inflationsprognose gerade von 1,9% auf 2,2% für dieses Jahr angehoben. Zugleich ist die allgemeine Markterwartung, dass die EZB den Fuß auf dem Gaspedal stehen lässt.      

Diese Konstellation belastet den Euro fundamental. Er versucht sich gegen eine weitere Abwertung zu stemmen. Aber der Dollar drückt auf die Gemeinschaftswährung. Der Euro kommt damit gegenüber dem Greenback in eine kritische Lage. Sollte die Unterstützung bei 1,17 EUR|USD fallen, hätte der Euro größeres Abwärtspotenzial. Aber so weit ist es noch nicht …

Wenig nachhaltige Finanzpolitik belastet

Wie wenig nachhaltig die Finanzmärkte die EZB-Geldpolitik einschätzen, zeigt sich auch beim Blick auf den Schweizer Franken. Die Währung der Eidgenossen hat sich bis auf 1,08 EUR|CHF nach oben geschoben. An diesem Widerstand prallt der Euro zwar zunächst ab. Das dürfte aber nur eine kleine technische Gegenbewegung  bleiben. Schon die Marke von 1,09 EUR|CHF dürfte einen neuen Richtungswechsel des Euro nach unten auslösen. Der übergeordnete Trend deutet auf weitere Frankenstärke hin. 

Auch das Pfund wird beflügelt. Schub gibt hier die vollständige Öffnungsperspektive für UK ab 19.7. Die Märkten dürften diese Erwartungen aber inzwischen eingepreist haben. Zudem ist der Widerstand bei 0,85 EUR|GBP recht hartnäckig. Wer auf eine Pfund-Stärke spekuliert hatte, stellt den Gewinn jetzt glatt. Wir erwarten, dass der Euro in einer Gegenbewegung wieder gegen das Pfund anzieht.

Fazit: Der Euro bleibt fundamental unter Druck. Das zeigt sich gegenüber dem Dollar, aber insbesondere gegenüber der Fluchtwährung Franken. Eine technische Aufwärtsperspektive hat die Gemeinschaftswährung gegenüber dem stark gestiegenen Pfund.

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