Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1265
Merkel gibt der Politik den Vorrang

Das Weidmann-Opfer

Angela Merkel unterstützt offenbar keine Kandidatur eines deutschen EZB-Präsidenten. Sie will lieber eine ihr wohlgesonnene Personalie an der Spitze der EU-Kommission sehen. Damit hofft sie einen anderen Eiferer ausbremsen zu können.

Bundeskanzlerin Angela Merkel überlässt die EZB-Präsidentschaft den „Freunden in Europa". Sie unterlässt es, sich für die Kandidatur von Bundesbankpräsident Jens Weidmann einzusetzen. Statt dessen zielt sie wohl darauf ab, im Gegenzug den Zugriff auf den ebenfalls bald frei werdenden Chefsessel der Kommission zu erhalten. Merkel will damit stärkeren Einfluss auf den weiteren Ausbau der EU gewinnen. Sie opfert Weidmann, um Emmanuel Macrons wahltaktisch störenden Reformeifer bremsen zu können.

Zur eigenen Gestaltung der EU-Entwicklung taugt der Kommissionsvorsitz nicht. Denn Merkel hat dafür kein Konzept. Zudem behalten weiter die Staatschefs „die Hosen an". Eher dürfte sie auf den politischen Zusatznutzen zielen: Sie kann jetzt nicht mehr für den neuen EZB-Chef in Haftung genommen werden. Ein EZB-Präsident Weidmann von Merkels Gnaden hätte (wie derzeit Mario Draghi) als Projektionfläche für die Verschwörungstheorien von Rechtspopulisten und -radikalen herhalten müssen, was auch auf seine Patronin zurückgefallen wäre. Aber entspricht diese Haltung dem Grundsatz: „Erst das Land?" Wohl nicht.

Fazit: Merkel nimmt ganz bewusst aus politisch-taktischen Gründen eine weitere Beschädigung des Euros in Kauf. Sie signalisiert damit, dass die Währung für sie nachrangig ist. Und schwächt zugleich das politische Gewicht hinter der fälligen Straffung.

Hinweis: Wir berichteten am 23.08.2018 sowohl in Fuchs-Kapital als auch im Fuchsbrief über die politischen und wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklung.

Lesen Sie hierzu auch nochmal unser Plädoyer für Jens Weidmann als EZB-Präsident.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Japanischer Yen mit starkem Wochenverlauf

Beflügelnde Tendenzen

In Japan freute man sich in der vergangenen Woche gleich über eine Vielzahl von Gute-Laune-Nachrichten. Das stärkte den Yen sowohl zum Euro als auch zum Dollar.
  • Fuchs plus
  • In Kooperation mit der Finanzoo GmbH

Chemiekonzern Tosoh verkaufen

Der japanische Chemiekonzern Tosoh liegt seit längerem in unserem Finanzoo-Depot. Die automatische Bilanzanalyse zeigt, dass die Aktie weiter fundamental unterbewertet ist. Dennoch trennen wir uns von dem Wert.
  • Fuchs plus
  • Neues Verfahren zur Stahlgewinnung setzt sich durch

Umweltfreundliche Stahlproduktion auf dem Vormarsch

Die Produktion von Stahl ist auch die Produktion von CO2. Oder besser gesagt: war. Denn ein schon lange in der Erprobung befindliches umweltschonendes Verfahren schafft gerade den Durchbruch.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Bison.de und Bitcoin.de: Zwei, die sich ergänzen

Den richtigen Krypto-Handelsplatz finden

In Deutschland lassen sich Kryptowährungen ur auf zwei Handelsplätze kaufen und verkaufen. FUCHS-DEVISEN nehmen unter die Lupe, welcher sich (wofür besser) eignet. Dazu ziehen wir drei Kriterien heran.
  • Der 17. Private Banking Gipfel - Teil 2

Der diesjährige Vermögensmanager Test

Teil 2 des 17. Private Banking Gipfels im Video. Copyright: Verlag Fuchsbriefe
Alljährlich schickt die FUCHS | RICHTER PRÜFINSTANZ ihre Testkunden zu Banken und Vermögensverwaltern. Die Besten werden jeden November auf dem Private Banking Gipfel ausgezeichnet. Wie der diesjährige Test ablief? Sie erfahren es im zweiten Teil unseres Gipfel-Videos!
  • Fuchs plus
  • Ein Ausweg in Sicht, der keiner ist

Unruhige Wochen für Euro, Zloty, Forint

Das durch die veränderten Mehrheitsverhältnisse erstarkte EU-Parlament hat den Regierungen eine Verschärfung des Rechtsstaatsmechanismus abgetrotzt, die für dien Regime in Budapest und Warschau nicht hinnehmbar ist. Eine Kompromisslinie ist nicht erkennbar. Nun sind zumindest alternative Drohszenarien gefragt.
Zum Seitenanfang