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Neue Methoden, Anforderungen und Geschäftsmodelle verändern die Branche

Revolution in der Landwirtschaft

Intelligent bewässerter Salat in einem Gewächshaus. Copyright: Pexels
Kaum eine Branche steht vor so radikalen Einschnitten wie die Landwirtschaft. Die Art und Weise wie wir Felder beackern, wird sich in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren grundlegend ändern. Das wird Gewinner und Verlierer hervorrufen.
Die deutsche Landwirtschaft wird sich in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren radikal ändern.

Die Landwirtschaft wird tier- und flächenunabhängiger. Studien gehen davon aus, dass sich der derzeitige Flächenbedarf in Deutschland um 40% reduzieren lässt.

Andere Ernährungsgewohnheiten

Grund dafür wird die Veränderung der Ernährungsweisen sein. Neben dem heute schon weit verbreiteten "New Food" (Hafermilch, Veganismus, Fleischimitate) wird es in Zukunft sogenanntes "Next Food" geben. Die Moleküle von Milch können beispielsweise mittlerweile nachgebildet werden. Die ersten Startups für synthetische Milch drängen bereits auf den Markt. Gleiches gilt für synthetisches Fleisch oder Eier. Das wird die Landwirtschaft Tier- und Flächen-unabhängiger machen.

Verzicht auf Chemie

Um die Artenvielfalt zu verbessern, werden Monokulturen ein Ding der Vergangenheit sein. Das meinte Frank Gemmer, Geschäftsführer des Industrieverbands Agrar auf der Veranstaltung "Innovationen in der Landwirtschaft" der Konrad Adenauer Stiftung. Eine Durchmischung von Sorten wirkt dem Insektensterben entgegen und verbessert die Bodenqualität.

Gleichzeitig bietet die Genforschungen Möglichkeiten pilzresistente Kulturen zu züchten. Dadurch kann auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet werden. Und auch für die Viehwirtschaft gibt es gute Nachrichten - ohne diese, gibt es keine nachhaltige Düngemittel. Auch hier ergeben sich neue Geschäftsfelder für Landwirte.

Cannabis gewinnt an Attraktivität

Eine interessante Pflanze, die jetzt von der Ampel-Koalition einen extra Schub bekommt, dürfte Hanf sein. Neben seiner berauschenden Wirkung lässt es sich als Dämmmaterial in der Bau- und Automobilbranche verwenden. Aus den Fasern können Seile hergestellt werden. Auch die Papierindustrie meldet Interesse an. Zudem gilt Hanf als "Entgifter" von Böden und wurde dafür erfolgreich in Tschernobyl, Italien und nun auch Südafrika eingesetzt. Die bisherigen Hemmschwellen gegenüber dem Rohstoff sinken.

Auch Innovationen verändern die Landwirtschaft. Digitale Überwachungssysteme helfen Energie zu sparen, in dem sie Temperatur und Wasserzufuhr in Ställen und Gewächshäusern automatisch anpassen. Bewässerungssysteme werden beständig effizienter. Neue Maschinen helfen bei der Aussaat. Die Drohnen machen die Acker-Kontrolle schneller und "von der Terrasse" aus möglich.

Politik, Finanzierung und gesellschaftliche Wertschätzung gefährden die Branche

Den deutschen Landwirten steht deshalb aber noch nicht unbeidngt eine rosige Zukunft bevor. Die Branche beklagt sich vor allem über den steigenden Druck seitens des Gesetzgebers bei gleichzeitig schwierigen Finanzierungsmöglichkeiten. Startups im Agrarsektor würden viel zu oft bei Investoren und Banken auf große Skepsis stoßen. Anders sei das in Frankreich oder Israel. Dort seien die Risikokapitalgeber um ein Vielfaches investitionsfreudiger als in Deutschland. Gründer sollten daher überlegen, ob es grundsätzlich möglich ist, sich an ausländische Partner zu wenden.

Ebenso bemängelt die Branche nach wie vor die mangelnde Wertschätzung der Arbeit. Vereinfacht ausgedrückt: Der Konsument möchte es günstig, beschwert sich aber gleichzeitig über Massentierhaltung. Auch hier sei ein generelles gesellschaftliches Bewusstsein notwendig, um vom alles andere als umweltschonenden Status Quo loszukommen. Wer das wolle, müsse aber auch die Kosten hinnehmen.


Fazit: Die derzeitige Art und Weise, wie in Deutschland Landwirtschaft betrieben wird, ist nicht zukunftsfähig. Die Branche steht unter dem Druck sich zu verändern. Das Potenzial für einen Aufbruch in der Landwirtschaft ist da.

Empfehlung: Landwirte sollten jetzt schon überlegen, wie sie frei werdende Flächen nutzen. Für Windenergie[unbounded value] Tourismus[unbounded value] Forstwirtschaft[unbounded value]

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