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Vorsicht bei illiquiden Anlageklassen

Risiken bei Private Equity und Immobilien steigen rasant

Private Equity Symbolbild. © picture alliance / Shotshop | wsf-sh
Private Equity und Immobilien sind überaus beliebte Anlageklassen. Das ist auch kein Wunder - die Wertentwicklung in den vorigen Jahren weckt Begehrlichkeiten. Doch dabei werden die Risiken - vor allem bei Private Equity - noch vielfach übersehen. Das ist vor allem für eine Anlegergruppe relevant.
Bei Private Equity und am Immobilienmarkt droht ein akuter Wertverfall. Ursache ist die Zinswende, die bei den illiquiden Anlagen aber nicht (wie etwa bei Aktien oder Anleihen) sofort sichtbar wird, sondern erst, wen ein Investor verkauft. Immobilienbesitzern dämmert das bereits, am Markt für Private Equity wird dieses Risiko noch vielfach ausgeblendet. 

Beide Vermögensklassen gewannen in den vorigen Jahren stetig an Wert. Bei Private Equity waren es im Schnitt der letzten Jahre 15% p.a. Bei Immobilien waren es ca. 9% p.a. Das liegt vor allem daran, dass die Kapitalzuflüsse beständig höher waren als die Abflüsse und am Markt so wenig gehandelt wurde, dass es dadurch kaum zu Schwankungen kam.

Family Offices blenden Risiken vielfach aus

Vor allem für Mandanten von Family Offices kann das zu einem Problem werden. Diese investieren durchschnittlich zu 26% in Private Equity und zu 9% in Immobilien, so der Family Office Report von Goldman Sachs. 41% der befragten Family Offices wollen ihre Investments in Private Equity in diesem Jahr aber sogar erhöhen. 27% wollen auch ihre Immo-Investments steigern. 

Doch dieses Geschäft droht zu einer Mogelpackung zu werden. In beiden Märkten - Immobilien und Private Equity - könnte bald viel Luft aus der Blase austreten. Einerseits steigt bei Investoren der Verkaufsdruck in unsicheren Phasen (Konjunktur, Inflation, Politik). Zudem kommt struktureller Druck von Seiten der Demografie: Bei Immobilien entsteht Verkaufsdruck durch die anstehende Erbschaftswelle. Auch bei Private Equity werden die immer mehr werdenden Ruheständler das Kapital aus ihrer Anlage ziehen wollen. Werden die Direktbeteiligungen aber verkauft oder an die Börse gebracht, dürfte ihre tatsächliche Bewertung zutage treten, die angesichts von Zinswende und Rezession niedriger ist, als derzeit suggeriert.

Vergleich zur Wertentwicklung bei Aktien zeigt, was noch droht

Wie tief diese Anlagen fallen können, zeigt ein Vergleich zu den liquide handelbaren Aktien aus den Branchen. Der Häuserpreisindex sank im 4. Quartal 2022 (aktuellste Daten) um 3,6%. Hingegen verloren Aktien der Immobilienkonzerne Vonovia und TAG Immobilien innerhalb eines Jahres knapp 50% an Wert. Beim iShares Developed Markets Property ETF (ISIN: IE 00B 1FZ S35 0) sind es 17% Verlust. Der Aktienmarkt dürfte die Wertentwicklung des Immobilienmarktes damit wesentlich transparenter abbilden.

Spiegelbildlich zeigt sich das auch für den Private Equity Markt. Die Aktien des größten Private Equity Unternehmens Blackstone verloren innerhalb des zurückliegenden Jahres 30% an Wert. Bei der Partners Group Holding sind es 22%. Der iShares Private Equity ETF (ISIN: IE 00B 1TX HL6 0) gab um 11% nach. Transparente Daten über die Rendite direkter Private Equity Investments sind hingegen kaum zu erhalten. Insgesamt dürfte es 2022 aber maximal zu leichten Rückgängen gekommen sein.

Fazit: Aktien bilden die Märkte weitaus transparenter ab als die illiquiden Immobilien (auch über geschlossene Immo-Fonds) und Private Equity Investments. Prüfen Sie, inwieweit Ihre Vermögensallokation von solchen Risiken betroffen ist. Erwägen Sie ggf. (nach Beratung mit Ihrem Vermögensverwalter) umzuschichten.
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