Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
3539
Die US-Rezession bleibt wohl aus

USA: Zu viele Zinsschritte eingepreist

Das Fed-Gebäude. (c) Dan Thornberg
Der Schreck fuhr vielen Beobachtern gehörig in die Glieder: Das Bruttosozialprodukt der USA schrumpfte im ersten Quartal. Aufs ganze Jahr hochgerechnet wäre es ein Minus von 1,4%. Noch ein Quartal Schrumpfung und die Rezession wäre perfekt. Doch soweit dürfte es nicht kommen.

Die drohende (technische) Rezession in den USA bringt den Dollar nicht aus dem Konzept. Obwohl das erste Quartal entgegen den Erwartungen eine Schrumpfung des US-BIP – in Höhe von -1,4% (aufs Jahr hochgerechnet) brachte, juckt das EUR|USD überhaupt nicht. Zwei Quartale Schrumpfung hintereinander – und die Rezession ist perfekt. Als Vorlaufindikator wurde schon seit längerem die Beinahe-Umkehrung der Renditekurve gesehen.

Tatsächlich war das vor einem Monat der Fall. Der 3-Jahres-US-Marktzins lag bei 2,55% (aktuell 2,83), der Zins für die 10-jährigen Staatsanleihen (Treasuries) bei 2,40% (jetzt 2,88%). Doch das ist nur die halbe Erzählung: Der reale Leitzins der Fed ist stark negativ. Das signalisiert weiterhin eine lockere Geldpolitik. Die US-Wirtschaft ist noch nie in eine Rezession eingetreten, wenn der Leitzins der Fed unterhalb der Inflationsrate lag.

Zu viele Zinsschritte eingepreist

Nun ist einmal immer das erste Mal und hinter uns liegt auch eine einzigartige Entwicklung mit einer gewaltigen Ausdehnung der Zentralbankbilanzen, die nun äußerst mühsam zurückgefahren werden müss(t)en. Dennoch: Die Märkte haben bereits 9 Zinserhöhungsschritte der Fed eingepreist. Das dürften angesichts der augenblicklichen Situation zu viele sein. Fed-Chef Jerome Powell hat denn auch bereits im März (sinngemäß) gesagt, dass die Fed-Beobachter die Schrumpfung der Bilanz – immerhin ist eine Verringerung der monatlichen Käufe von Staatsanleihen um 60 Mrd. USD und MBS um 35 Mrd. USD geplant – wie eine Zinserhöhung werten müssten.

Die jüngste Ausweitung der Rendite-Spreads dürfte somit bedeuten, dass die Märkte wieder weniger Zinsschritte einzupreisen beginnen und die Renditekurve positiv bleibt, sich womöglich sogar ausweitet. Das spricht gegen ein weiteres Quartal unter null. Und es würde auch den gelassenen Dollar erklären, der nach wie vor auf pari zum Euro zusteuert. Zumal für Euroland die Devise gilt: Schlimmer geht immer.

Fazit: Wir setzen weiterhin auf einen starken Dollar und einen Renditeanstieg für die 10-jährigen US-Staatsanleihen auf über 3%.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Baudenkmal: Erbe kann einkommensteuerliche Begünstigung nicht fortführen

BFH-Urteil: Keine Steuervergünstigung für Erben

Der Bundesfinanzhof bestätigte das Urteil eines Finanzgerichts zur einkommensteuerlichen Behandlung von Begünstigungen bei Erbschaften, wenn der Erblasser vor Ablauf des Abzugszeitraums verstirbt.
  • Fuchs plus
  • Nachhaltige Kapitalanlage für Stiftungen

Stiftungsvermögen zukunftssicher anlegen: ESG, nachhaltige Fonds und Private Markets als strategische Bausteine

Illustriert mit Microsoft Copilot
Stiftungen stehen vor einer Zeitenwende: ESG wird vom Schlagwort zur Pflicht, Private Equity vom Nischenprodukt zum strategischen Baustein. Wer heute klare Anlagerichtlinien setzt, Ausschlüsse konsequent umsetzt und Impact messbar macht, sichert nicht nur Rendite und Substanz, sondern gestaltet Zukunft. Governance, Transparenz und Due Diligence sind dabei keine Kür – sie sind das Fundament für Wirkung und Vertrauen.
  • Fuchs plus
  • Positionspapier: Nordländer fordern: Härtere Regeln für die Erbschaftsteuer

Verschärfung der Erbschaftsteuer droht

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaftsteuer steht bevor. Während konkrete Reformpläne fehlen, sorgt ein Positionspapier der Nordländer für Aufsehen und Verunsicherung. FUCHSBRIEFE analysieren die Details.
Zum Seitenanfang