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Metallpreise bleiben sehr volatil

Hohe Unsicherheiten an den Rohstoffmärkten

Rohre aus einem silbrigen Metall. © Robert Kneschke / stock.adobe.com
Die Preise für viele Industriemetalle sind seit Monaten ausgesprochen volatil. Das wird in absehbarer Zukunft so bleiben. Damit sind für Unternehmen Chancen und Risiken verbunden. FUCHSBRIEFE prognostizieren ein Szenario, wie sich die Preise der Industriemetalle in den kommenden Monaten entwickeln dürften.

Unternehmen sollten sich auch in den kommenden Monaten auf erheblich schwankende Metallpreise einstellen. Denn Preistreiber und -dämpfer konkurrieren miteinander. 

Die Weltwirtschaft wird 2024 um 2,5% wachsen, so das IW Koeln. Der IWF ist optimistischer und spricht von 2,9%. Das spricht im Trend für leicht steigende Metallpreise. Für Unsicherheit sorgen aber der Konjunkturausblick für die beiden Rohstoff-Schwergewichte USA und China. In beiden Ländern wird das Wirtschaftswachstum in den kommenden Monaten abkühlen.

Politisierte Metallpreise

Hinzu kommt eine wachsende Politisierung der Rohstoffmärkte und somit auch der Metallpreise. Die Spannungen zwischen China und dem Westen bleiben virulent. Das Reich der Mitte ist der größte Raffineriestandort für fast alle Metalle. Weitere politische Einflussfaktoren sind der Verlauf des Ukraine-Krieges und die damit verbundene Frage, wann wieder russisches Metall im großen Stil gehandelt wird. 

Investitionen in neue Minen sind angesichts der steigenden Nachfrage durch die Energiewende zwar attraktiv. Planung, Bau und Inbetriebnahme erstrecken sich aber über Jahre. Das Recycling von Metallen nimmt im Trend zu, genügt aber bei weitem nicht, um die Nachfragesteigerungen zu decken.

FUCHS-Preisprognosen für die wichtigsten Industriemetalle

  • Der Aluminiumpreis schwankt relativ gering und läuft seit Mai seitwärts (akt. 2.130 US-Dollar je Tonne). Chinas großer Aluminium-Appetit (FD vom 20.10.2023) dürfte die Preise im Trend anheben. Mitte 2024 erwarten wir 2.300 USD/Tonne. 
  • Eisenerz ist im Aufwärtstrend (akt. 130 US-Dollar/Tonne). Das ist ein recht hoher Preis, der bei schwachem globalem Wirtschaftswachstum und geringer Nachfrage aus den USA nicht gehalten werden dürfte. Wir erwarten einen Rückgang auf 100 US-Dollar/Tonne.
  • Kupfer zeigt erhebliche Preisausschläge. Die Bandbreite lag zuletzt zwischen 7.800 und 8.800 US-Dollar/Tonne (akt. 8.330 US-Dollar/Tonne). Die Energiewende heizt die Nachfrage gehörig an, aber beim über Jahrzehnte dominierenden Hauptlieferanten Chile gehen die Vorkommen zur Neige. Preiserwartung: 8.500 US-Dollar bis Mitte 2024.
  • Der Nickelpreis ist von 20.000 USD/Tonne auf 15.931 US-Dollar/Tonne stark gefallen. Ursachen sind die schwache Nachfrage Europas (der Hauptabnehmer des Metalls), die unveränderten Lieferungen aus Russland, Produktionssteigerungen in Indonesien und den Philippinen. Da der sinkende Preis allmählich zum Problem für die Nickel-Produzenten wird, dürfte sich die Angebotssituation bald verschlechtern. Der Preis dürfte darum nahe seinem Tiefpunkt angekommen sein. 
  • Der Zinnpreis schwankt erheblich. Aktuell liegt er bei 24.026 USD/Tonne (im Sommer 29.000 USD/Tonne). Wir erwarten weiter sinkende Notierungen in Richtung 23.000 USD/Tonne. 
  • Der Preis für Zink klettert langsam nach oben. Von aktuell 2.544 USD sehen wir den Preis auf etwa 2.700 USD/Tonne zur Jahresmitte steigen.
Fazit: Bei den Metallpreisen gab es in den zurückliegenden Monaten große Ausschläge. Das wird noch länger so bleiben. Generell ist bei den meisten Metallen mit leicht steigenden Preisen zu rechnen. Das gilt vor allem dann, wenn die USA eine Rezession vermeiden können und Zinssenkungen absehbar werden.
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