Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
3084
Merkel opfert die Stabilitätspolitik für den Kommissions-Spitzenposten

Merkels Rechnung mit vielen Unbekannten

Angela Merkel will den EU-Kommissions-Spitzenposten und verzichtet dafür auf die EZB-Spitze. So schreibt es eine Zeitung und so wird es in Berlin heftig diskutiert. Doch die Partei- und Regierungschefin hat eine Rechnung mit vielen Unbekannten aufgemacht. Vor allem innenpolitisch.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verzichtet auf die EZB-Spitze zugunsten eines Deutschen als Nachfolger für EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. So wird es derzeit in Berlin kolportiert. Und der Nachfolger ist angeblich eine Die: Merkels Ex-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten und derzeitige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Ergo: Bundesbankpräsident Jens Weidmann zieht als hoch gehandelter Nachfolger für den Italiener Mario Draghi den Kürzeren.

Doch nach FUCHS-Informationen ist das Thema noch nicht gegessen. Denn das Signal, das Merkel da gibt, wird auch in der CDU mit Verwunderung aufgenommen:

  1. Die EU-Kommission hat gegenüber dem Ministerrat auf die europäische Entwicklung nur eine nachgeordnete Bedeutung. Die Staatschefs geben die Linie vor.
  2. Die Kanzlerin gibt das Signal, dass die CDU die deutsche Stabilitätskultur endgültig hintanstellt. Denn im EZB-Rat ist außer Weidmann niemand bekannt, der konsequent für eine Rückkehr zur Normalität in der Geldpolitik steht.
  3. Merkel stellt deutlicher als je zuvor die Politisierung der EZB heraus. Die Notenbank soll offensichtlich weiter für die Staatsfinanzierung Italiens u.a. EU-Staaten durch billiges Geld sorgen dürfen, um die Regierungen geschmeidig für europäische Kompromisse zu machen.
  4. Das wiederum lässt den Glauben an die Regelgebundenheit der europäischen Politik weiter schwinden.
  5. Nicht zuletzt liefert Merkel damit der AfD eine neue Steilvorlage. Die Partei ist mit ihrer eurokritischen Haltung bekannt geworden. Groß gemacht hatte sie Merkels unkontrollierte Grenzöffnung. Derzeit erzielen CDU/CSU im Bund in Umfragen gerade noch 28%, die AfD 16%.
  6. In Bayern ist in Kürze (Oktober) Landtagswahl. Die CSU steht jetzt schon mit dem Rücken an der Wand. Für sie kommt die Debatte zur Unzeit.
  7. Merkels Vorstoß wird in Reihen der Unionsabgeordneten als weiterer Alleingang angesehen. Der Gesetzgeber sieht sich von der Regierung erneut vorgeführt.
  8. Alte Verbündete wie die Sparkassen – in denen viele Kommunalpolitiker in den Verwaltungsräten sitzen – sind jetzt schon frustriert wegen der Nullzinspolitik der EZB, die zunehmend als unangemessen angesehen wird. Sie dürften mehrheitlich wenig begeistert sein über Merkels Prioritätensetzung.

Fazit: Die Debatte hat auch unionsintern gerade erst begonnen. Die CDU weiß, dass sie noch einmal viel verlieren kann. Das Thema kann im jetzigen Umfeld die Union endgültig zerreißen. Und auch die SPD muss sich noch positionieren.

Hinweis:

Lesen Sie dazu nochmal unser Plädoyer für Jens Weidmann als Chef der EZB

In Fuchs-Kapital schrieben wir über die Auswirkungen der Entscheidung für die Börse. Zum Artikel

Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Investmentkompetenz im Faktencheck: Neue Bank überzeugt mit Zahlen

Starke Zahlen, schwaches Storytelling

Erstellt mit Canva
Die Neue Bank punktet mit Preis-gekröntem Fonds, klarer Nachhaltigkeitsstruktur und flexibler Liquiditätssteuerung. In der Jury blieb dennoch ein ambivalenter Eindruck: Investmentkompetenz ja – aber bitte besser erzählen! Worauf Anleger bei der Vermittlung von Strategien achten sollten.
  • Fuchs plus
  • Gute Geschäfte mit den öffentlichen Auftraggebern

KOINNO ist Schlüssel zu öffentlichen Aufträgen

Für Unternehmen gibt es gute Möglichkeiten, Geschäfte mit öffentlichen Auftraggebern zu machen. Das ist auch für KMU und Startups interessant. Unternehmen sollten eine zentrale Anlaufstelle nutzen, um ihren Aufwand zu reduzieren.
  • Fuchs plus
  • Investieren in die Zukunft: Wearables im Depot

Wearabel-Unternehmen in einem Zertifikat

Das Potenzial der Wearable-Unternehmen kann auch mit einem Strategiezertifikat ins Portfolio geholt werden. FUCHS-Kapital hat sich ein Anlageprodukt angesehen.
Zum Seitenanfang