Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1169
Fuchs Devisenprognose im August 2018

Dem Euro geht die Luft aus

Während in den USA die Konjunktur brummt, stagniert sie in Europa. Daraus ergibt sich für die Fuchs-Devisen Redaktion ein klares Bild für den Wechselkursausblick auf die kommenden Monate. Wir sehen jedoch auch schon den Umschwung in einiger Entfernung.

Der Euro schwächelt

Der Euro wird sich in den nächsten Monaten wieder in Richtung Dollar-Parität bewegen. Mit dieser Einschätzung unterscheiden wir uns von den von uns befragten Banken. Die Geldhäuser erwarten insgesamt ein eher stabiles Wechselkursverhältnis.

Wichtigstes Argument für unser Szenario ist das erwartete Auseinanderdriften von US- und Eurokonjunktur (zum Artikel). In den USA brummt die Wirtschaft. Die jüngsten Arbeitsmarktzahlen sind ein starker Beleg dafür. Auch die US-Inflation bleibt hoch (2,2%). Wird der US-Arbeitsmarkt noch enger, werden der Lohndruck und damit das Preissteigerungspotenzial weiter zunehmen. Die Fed wird so kaum umhin kommen, entgegen ihrer jüngsten Aussage doch schneller auf ihrem Zinserhöhungspfad zu wandeln. In Europa deutet sich dagegen eine konjunkturelle Abkühlung an.

Der Vorsprung der US-Zinsen gegenüber Euroland dürfte darum noch zunehmen. Das wird Kapital in den Dollar ziehen und dessen Kurs zum Euro nach oben treiben. Hinzu kommen die politischen Probleme in der Eurozone (Brexit, Italien, Griechenland). Kommt es an den Aktien und Anleihemärkten zu einer Unruhe, wird der Dollar instinktiv als sicherer Hafen angelaufen.

Dollar-Umschwung zum Jahreswechsel

Sein zyklisches Verlaufshoch erwarte wir für den Dollar um den Jahreswechsel um 1,05 EUR/USD haben. Einerseits werden die US-Zinsen dann noch ein gutes Stück geklettert sein und es wird wahrscheinlicher, dass allmählich eine Bremswirkung in der US-Konjunktur einsetzt. Auf der anderen Seite wird die EZB dann keine Anleihen mehr kaufen und mit dem dann näherrückenden Wechsel an der Spitze (Ende 2019) in einen absehbaren Zinsanhebungspfad einschwenken.

Das wird sich bei den Marktzinsen zuerst am kurzen Ende bemerkbar machen. Hier erwarten wir ab dem Jahreswechsel einen langsamen Anstieg in Richtung Null. Am langen Ende werden die Auswirkungen geringer sein. Allerdings gehen wir davon aus, dass der Spread zwischen den europäischen Staatsbonds wieder zunimmt, weil die Risiken wieder differenzierter betrachtet werden dürften. Das ist umso wahrscheinlicher, je sicherer Bundesbankpräsidend Jens Weidmann EZB-Chef wird.

Pfund, Yen, Franken

Die kleineren Währungen werden von Sonderfaktoren angetrieben. Das Pfund leidet zwar weiter unter den enormen Unsicherheiten zur konkreten Ausgestaltung des Brexit. Die Konjunktur schwächelt, die Handels- und Zahlungsbilanz sind angegriffen. Allerdings zieht die Bank of England die Leitzinsen (akt. 0,75%) weiter hoch. Das wird das Pfund stützen.
Der Franken bleibt als sicherer Hafen eine politisch getriebene Fluchtwährung. Fundamental hat er kaum Luft nach oben. Allerdings sehen wir ihn angesichts der Euro-Risiken auch nicht weiter abwerten. Der Yen ist in einer ähnlichen Rolle und pendelt weiter seitwärts.

fd180803_2+3

i

FUCHS DEVISEN Wechselkurs- und Zinsprognose auf 12 Monate

 

Kurs Vorjahr Kurs aktuell 3. Quartal 2018 4. Quartal 2018 1. Quartal 2019 2. Quartal 2019

Hinweis: Diese Tabelle gibt die Meinung der Redaktion zur Zins- und Wechselkursentwicklung wichtiger Währungen wieder. Sie dient ausschließlich zur Orientierung und ist nicht als Handlungsaufforderung zu sehen. Insbesondere Wechselkursprognosen unterliegen einer hohen Unsicherheit. Alle Angaben ohne Gewähr.

USD

1,119

1,17

1,10 – 1,20

1,05 – 1,10

1,05 - 1,12

1,10 – 1,17

CHF

1,097

1,16

1,15 – 1,18

1,10 – 1,15

1,08 – 1,17

1,10 – 1,27

GBP

0,843

0,89

0,86 - 0,91

0,88 – 0,93

0,89 – 0,95

0,91 – 0,99

JPY

115,800

130

123-131

121-127

117-124

120-128

3-Monats Geld

-0,300

-0,33

-0,30

-0,30

-0,20 – 0,00

-0,10 – 0,00

10-Jährige Bund

-0,310

0,47

0,30 – 0,50

0,30 – 0,70

0,40 – 0,70

0,50 – 0,80

 

$

JPY

103,500

114

106 - 112

102 -110

100 - 112

100 - 112

3-Monats Geld

0,840

2,03

2,00-2,25

2,25 – 2,50

2,50 – 2,75

2,50 – 2,75

10-Jährige Treasuries

1,570

2,99

2,85 – 3,15

2,95 – 3,35

2,95 – 3,35

3,05 – 3,35

Fazit: Der Dollar ist bei 1,20 EUR/USD gut unterstützt. Von dort dürfte es bis Jahresende wieder hinauf gehen. Danach erwarten wir einen Richtungswechsel.

Meist gelesene Artikel
  • Im Fokus: Bidens Konjunkturpaket

Billionen für die US-Wirtschaft

Jetzt wird in den USA der Konjunktur-Turbo angeschmissen. In den nächsten acht Jahren will US-Präsident Joe Biden weitere Billionen in die US-Wirtschaft investieren. Insbesondere Infrastruktur-Ausgaben sind im "American Jobs Act" geplant und es gibt zahlreiche Profiteure.
  • Fuchs plus
  • Von der anziehenden Container-Nachfrage profitieren

Mietrendite auf den Weltmeeren

Per Container-Investment von der anziehenden Container-Nachfrage profitieren. Copyright: Pexels
Die dicken Frachter fahren wieder über die Weltmeere. Anleger können mit einem Container-Investment davon profitieren. Das verspricht gute Renditen. Angesichts der anziehenden Konjunktur, sind Ausfälle unwahrscheinlich.
  • Fuchs plus
  • Währungs-Wochentendenzen vom 9.4. - 16.4.

Rücksetzer für den US-Doller

Die Fed schwächt den Dollar und macht erneut deutlich, dass die Notenbank die Inflation ein gutes Stück laufen lassen möchte. Vor dem Hintergrund wird ein Blick auf die Dollar-Brüder interessant.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • ActivTrades

Neukunden werden allein gelassen

Wie schlägt sich ActivTrades im FUCHS-Broker Test 2021? Copyright: Verlag Fuchsbriefe
ActivTrades, der Name klingt nach viel Dynamik. Allerdings wird diese Erwartung schwer enttäuscht. Auch wenn das Angebot des Brokers im Grunde gut ist; interessierte Trader werden beim "onboarding" schlicht nicht betreut oder begleitet.
  • Fuchs plus
  • Scheidung mit fiskalischen Tücken

Nur bei Ehe Anspruch auf Steuerbefreiung

Wenn im Zuge einer Scheidung noch ein paar gütliche Regelungen getroffen werden, ist das gewöhnlich im Sinne aller Beteiligten. Die Einigung über ein gemeinsames Haus gehört dazu. Doch auch hier mischt der Fiskus mit und kann Forderungen stellen, wenn es sich um eine Partnerschaft aber keine Ehe handelte.
  • Fuchs plus
  • Zunehmende Spannungen in Südafrika

Wenige Chancen für den Rand

Südafrika hatte zuletzt einige gute Daten geliefert. Die Perspektiven bleiben aber negativ, weil die Chancen auf eine nachhaltige Besserung immer schwächer werden. Die Politik ist zu den dringend benötigten Reformen nicht mehr in der Lage.
Zum Seitenanfang