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Aussichtsreicher Bergbausektor

Der chilenische Peso wertet deutlich ab

© Banco Central de Chile
Nur wenige Zentralbanken senken derzeit bereits wieder die Zinsen. Chiles Zentralbank ist eine davon. Die Notenbank versucht damit, das Wirtschaftswachstum des lateinamerikanischen Landes anzukurbeln. Das wird derzeit vor allem durch einen Wirtschaftsbereich gedämpft. Aber genau daraus ergeben sich Anlagechancen.
Die chilenische Zentralbank hat am Dienstag (05.09.) ein weiteres Mal ihren Leitzins gesenkt. Die Geldhüter der Banco Central de Chile schraubten den Zinssatz um 75 Basispunkte auf 9,5% herunter. Es ist die zweite Zinssenkung seit Juli (FD vom 28.07.2023). Die Inflation fiel im Juli auf 6,48%.

Bergbausektor dämpft das Wirtschaftswachstum

Der Peso wird in diesem Umfeld an Wert verlieren, so die Zentralbank. Neben den fallenden Zinsen belastet auch die mangelnde Risikobereitschaft der Marktteilnehmer die chilenische Währung. Mit hohen Wachstumsraten rechnet Santiago für das kommende Jahr ebenfalls nicht. Das globale Wirtschaftswachstum sei schwach, daher könne Chiles Wirtschaft keine externen Impulse erwarten. Für 2023 erwartet die Zentralbank daher ein Nullwachstum, für 2024 Werte zwischen 1,25 und 2,25%. 

Während es dem Dienstleistungsbereich gut geht, bereitet der wichtige Bergbausektor derzeit Probleme. Eine Anhebung der Bergbausteuer, Verstaatlichungspläne, Streiks und die maue Weltkonjunktur lasten auf dem Sektor. Angesichts der Energiewende hat dieser Sektor langfristig aber hervorragende Aussichten (FD vom 01.09.2023). 

Peso knickt ein

Dem Peso schmeckt die derzeitige Situation allerdings überhaupt nicht. USD|CLP wertet kräftig auf. Stand das Paar vor einem Monat noch bei 820, sind es inzwischen 870. Aus charttechnischer Sicht besteht noch Luft bis 970. 

Mit Investments in den Peso haben wir es darum nicht eilig. Perspektivisch ist die CLP-Anleihe der International Finance Corp. (ISIN: XS 227 714 417 1) einen Blick wert. Beim aktuellen Kurs von 91,91% und einem Kupon 0,5% winkt die Anleihe mit Laufzeit bis Dezember 2024 mit einer Rendite von 7% p.a. Angesichts des Währungsrisikos warten wir aber noch ab.

Chiles Bergbausektor ist aussichtsreich

An der Börse bieten die ADRs des Bergbauunternehmens SQM (ISIN: US 833 635 105 6) eine gute Einstiegsmöglichkeit. Die Probleme im Bergbausektor haben die Kurse wieder erheblich gedrückt. Auf dem aktuellen Niveau scheint sich der Titel aber zu stabilisieren. 

RIO Tinto als interessante Alternative

Wem SQM angesichts der Verstaatlichungs-Diskussionen in Chile zu riskant ist, findet in RIO Tinto (ISIN: GB 000 718 875 7) ein breit aufgestelltes Rohstoff-Unternehmen mit Chile-Anteil. Der international tätige Bergbaukonzern fördert bereits Kupfer in der chilenischen Escondida-Mine. Zudem baut RIO Tinto sein Chile-Geschäft aus: Im August gab das britische Unternehmen bekannt, Anteile des Explorationsunternehmens Agua de la Falda von Pan American Silver abzukaufen. Zusammen mit dem staatlich chilenischen Konzern Codelco wird RIO Tinto nach neuen Kupfervorkommen suchen. 

Abseits von Chile ist RIO Tinto aber noch in 35 anderen Ländern auf allen Kontinenten aktiv. Das reduziert die regionalen Risiken, auch wenn viele Projekte in Schwellenländern liegen. Auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 6,4 und die Dividendenrendite von 10,6% machen RIO Tinto aus unserer Sicht zu einem Kauf.

Fazit: Für Anleger ist vor allem der chilenische Bergbausektor langfristig aussichtsreich. Zudem ergeben sich mittelfristig Chancen bei Spekulationen gegen den Peso.
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