Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
3180
Die FDP muss konsequent bleiben

Hört nicht auf die falschen Propheten

FUCHSBRIEFE-Herausgeber Ralf Vielhaber
Spätestens seit diesem SPD-Parteitag stehen die Fronten in der Finanz- und Sozialpolitik. Die SPD diskreditiert mit allen Mitteln die Schuldenbremse und will sie abschaffen. Ein Irrweg, auf dem ihr die Wähler nicht folgen sollten. Der Standpunkt von FUCHSBRIEFE-Herausgeber Ralf Vielhaber.

Die SPD ist die Partei der Irrläufer. Schon deshalb sollte man nicht auf sie hören. In der Russland-Politik hat sie auf ihrem Parteitag gerade verschämt einen Kurswechsel vollzogen. Bei der Rente mit 63 ist es jedermann offensichtlich, dass hier in der Merkelzeit auf Druck der Sozialdemokraten sehenden Auges falsch abgebogen wurde. Beim Bürgergeld staunt Arbeitsminister Hubertus Heil, wie viele Menschen rechnen können – anders als die SPD, die am ausufernden Sozialstaat nichts ändern will. 661 Mrd. geben wir an monetären Sozialleistungen aus, weitere 363 Mrd. an Sachleistungen. 107 Mrd. betragen die Bruttoinvestitionen. 17 Mrd. beträgt die Haushaltslücke für 2024. Wo ist hier die Zukunftsbremse?

Auch bei der Schuldenbremse übersieht die SPD – und nicht nur sie – geflissentlich die Warnschilder. Das Kabinett Scholz war mit dem Haushalt beim Verfassungs-TÜV und hat eine lange Reparaturliste mit auf den Weg bekommen: Die Bremsscheiben sind im Eimer. Bitte auswechseln. Die FDP will in die Werkstatt, SPD (und Grüne) stattdessen die Hauptuntersuchung abschaffen: Es muss doch wohl erlaubt sein, ohne Bremsen durch die Weltgeschichte zu fahren, meinen die Genossen. Der Wählerkauf soll ungebremst weitergehen.

Blick nach Italien, Frankeich, Griechenland, Argentinien – und in die Schweiz

Der Blick nach Italien und Frankreich – und noch weiter nach Griechenland und Argentinien – reicht, um zu sehen, wohin das führt. Auch dort schöpft man nur allzu gerne aus dem Vollen. Sind die Staaten deshalb wettbewerbsfähig? Im Gegenteil. Umgekehrt der Blick zur Schweiz. Das Land hat eine Doppelbremse – eine Schuldenbremse und eine harte Währung – und kommt wirtschaftlich dennoch deutlich besser voran als Deutschland. Und niemand wird behaupten, dass es den Schweizern schlecht geht oder sie sich um die Aufnahme von Migranten drücken.

Auch in Rom, Paris und Brüssel bemüht man sich nach Kräften, den Finanzminister in die falsche Ecke zu stellen und als Zukunftsbremser zu bezeichnen. Auf diese Schlangenzungen sollten wir nicht hereinfallen. Schuldenregeln auf EU-Ebene bringen nicht viel, das hat der Maastricht-Pakt gezeigt. Aber je weicher sie ausfallen, desto härter wird die Notbremsung durch die Märkte. Eine Weile wurden sie durch die Zentralbank aus dem Spiel genommen, die sich Rom und Paris bereits personell einverleibt haben. Doch das Spiel ist erstmal zu Ende.

Das Wachstumspotenzial sinkt und damit die Schuldentragfähigkeit

Bleibt zu hoffen, dass FDP-Parteichef Christian Lindner noch die Kraft besitzt, die SPD mit den Grünen als Beifahrer auszubremsen – und die Weichmacher in Rom, Paris und Brüssel gleich mit. Wenn nicht, hat er mehr zu verantworten als den dann absehbaren Untergang der eigenen Partei in der endgültigen Bedeutungslosigkeit. Denn die Demografie schwächt das Wachstumspotenzial und damit die Schuldentragfähigkeit der Euro-Staaten. Die Langfristprojektion ergibt im Referenzszenario des Sachverständigenrats zur Begutachtung der deutschen Wirtschaft in den Jahren 2023 bis 2070 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von etwa 0,7 %. Dabei ist die reale Wachstumsrate des Produktionspotenzials der deutschen Volkswirtschaft in den letzten Jahrzehnten schon drastisch gesunken: von durchschnittlich etwa 2,5 % in den 1970er-Jahren auf zuletzt 0,5 % im Jahr 2022. Und da gab es noch keine Schuldenbremse!

Die Korrelation zur immer stärker ausufernden Bürokratie ist mehr als nur Zufall. Hier liegt auch die Lösung: Nicht der Staat muss mehr investieren, sondern für die Unternehmen muss Wirtschaften leichter werden und Investitionen müssen sich wieder mehr lohnen. Dann muss der Staat umso weniger selbst in die Hand nehmen und hat umso mehr zum Umverteilen. Das muss doch selbst der SPD einleuchten, meint Ihr Ralf Vielhaber.
Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Bayerische Vermögen in der Ausschreibung

Die Bayerische Vermögen lässt zu viele Fragen offen

Thumb Stiftungsvermögen 2024. © Collage: verlag FUCHSBRIEFE, Bild: envator elements
Die Bayerische Vermögen GmbH gibt sich selbstbewusst. “Wir schauen immer ganz genau hin. Deswegen sind wir in der Analyse und Bewertung von Finanzinstrumenten auch seit vielen Jahren ganz vorne dabei“, heißt es auf der Website. „Unsere Unabhängigkeit und Stärke geben uns den nötigen Spielraum, um den Markt aktiv mitzugestalten. Dabei bleiben wir bodenständig, kritisch und immer in Ihrer Reichweite.“ Der Leser ist gespannt, wie das Unternehmen die Wünsche der Stiftung Fliege umsetzt.
  • Fuchs trifft Pferdchen, Der Geldtipp-Podcast, Teil 34

Unsere internationalen Aktien fürs Leben

Geldtipp-Podcast. ©SpringerNature
Nach den deutschen Dauerläufern stellen Pferdchen und Fuchs in der 34. Folge des Geldtipp-Podcasts die internationalen Aktien vor, die langfristig in ein ausgewogenes Depot gehören. Sie diskutieren, wie sich die Auswahlkriterien für ausländische und für heimische Titel unterscheiden.
  • Was sind die Fuchsbriefe? - In 2 Minuten erklärt

Fuchsbriefe Scribblevideo mehr als 213.000 Mal gesehen

© Verlag FUCHSBRIEFE
Hammer: Unser Scribble-Erklärvideo zum Fuchsbrief wurde inzwischen mehr als 200.000-mal angeschaut – genau waren es am 29. Februar 213.318 Abrufe. Hochgeladen hatten wir den gezeichneten Film vor 8 Monaten. Somit ergeben sich 26665 Abrufe pro Monat oder 889 pro Tag. Darauf sind wir stolz! Der Film wurde gezeichnet vom Team um Carsten Müller und dauert 02:21 Minuten. Worum geht es?
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Bloom Energy

Wird Bloom zum Übernahme-Kandidaten?

Bloom hat die Börse enttäuscht. Mehrere schlechte Nachrichten waren ein unbekömmlicher Cocktail - und die Aktie ist versumpft. Der Ausblick auf 2024 und die Perspektiven stimmen aber dennoch und die Aktie dürfte den Durchhänger bald vergessen machen.
  • Fuchs plus
  • Von der Wasserstoff-Vision zur Realität

Gewaltige neue Wasserstoffmärkte entstehen

Viele Fachkonferenzen, die wir in den vergangenen Wochen besucht haben, zeigen: Es entstehen weltweit gewaltige neue Wasserstoffmärkte mit hohem und langfristigem Wachstumspotenzial. Und wir haben den Eindruck, dass viele die positive Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung unterschätzen.
  • Fuchs plus
  • Konjunkturelle Wende treibt den Peso an

Erholung des Chilenischen Peso voraus

In Chile verändert sich die Konjunktur-Perspektive. Die Aussichten verbessern sich - und eine Konjunkturerholung in China könnte auch Chile nochmal einen Extra-Schwung geben. Anleger können schon frühzeitig darauf setzen.
Zum Seitenanfang