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Strategiecheck: Mittelfeld 50

Gut ausgewogene Offensive und Defensive

Symbolbild Vermögen © richterfoto / Getty Images / iStock
Passend zur Fußball-WM untersucht FUCHS-Kapital im Strategiecheck Dezember die Strategie "Mittelfeld 50". Ob diese Strategie aufgeht und für wen Sie geeignet ist, erklärt Ihnen FUCHS-Kapital.

Anleger auf der Suche nach einer langfristigen ausgewogenen Strategie mit klarem Risikomanagement dürften mit dem Ansatz "Mittelfeld 50" gut fahren. Die Strategie wird von der alpha beta asset management verwaltet. Kernkompetenzen der inhabergeführten und unabhängigen Investmentboutique sind die aktive Asset Allokation, Risikomanagement und Vermögensverwaltung. Geführt wird das Haus von Markus van de Weyer und Carsten Vennemann, die beide über jahrzehntelange Erfahrung im Asset Management verfügen. Ursprünglich wurden die Fonds- und Vermögensverwaltungskonzepte für institutionelle Anleger wie Versicherungen, Pensionskassen oder Family Offices konzipiert. Nun bietet alpha beta asset management auch privaten Investoren entsprechende Strategien an.

Mittelfeld 50 – Was ist das für eine Strategie?

„Aktien schießen die Tore, das Mittelfeld bestimmt das Tempo – für Ihren Anlageerfolg“ – so beschreibt der Vermögensverwalter die Investment-Strategie. Die Sportmetapher meint übersetzt, dass Aktienmärkte das Wachstumspotential der Volkswirtschaft widerspiegeln und Anlegern und Investoren langfristig attraktive Renditechancen bieten. nur mit "Stürmen" lässt sich aber kein Spiel gewinnen. Es braucht genauso absichernde Komponenten, also ein aktives Risikomanagement, damit der Anleger nicht zu viele Gegentore - sprich heftige Kursschwankungen - kassiert.

Aktien sind daher wichtig, aber sie gehören in eine Gesamtstrategie integriert, wenn das Risiko begrenzt bleiben soll. Aus diesem Grund investieren die Vermögensverwalter neben Aktien-ETFs und -Fonds auch in Anleihe- oder Geldmarkt-ETFs. Deren durchschnittliche Renditen sind zwar geringer als bei langjährigen Aktienportfolios, dafür sind ihre Risiken aber auch begrenzt. Diese sollen der Strategie die notwendige Stabilität verleihen. Zusätzliche Sicherheit soll zudem durch den Einsatz von ETFs erreicht werden, die oft aus hunderten Einzeltiteln bestehen (Diversifikation). So wird das Risiko noch weiter reduziert. Um die nötige Stabilität im Mittelfeld der Anlagerisiken zu halten, begrenzen Markus van de Weyer und Carsten Vennemann den Aktienanteil bei dieser Strategie auf etwa 50% (daher auch der Name Mittelfeld 50). Dieses aktive Risikomanagement von erfahrenen Profis ist ein echter Vorteil gegenüber "simplen" ETF-Portfolios, die sich viele Privatanleger selbst strukturieren.

Was ist das Ziel?

Vorrangiges Ziel der Strategie ist der Vermögensaufbau. Daneben sollen Chancen an den internationalen Aktienmärkten genutzt werden. Mit dieser etwas offensiveren Strategie wollen die Asset Manager ihre Benchmark (65% iBoxx EUR Corporates 1-5 TE / 35% MSCI World) auf lange Sicht outperformen. 

Die Strategie ist seit Mitte Mai 2021 investierbar und hat sich bis Ende Februar 2022 streckenweise deutlich besser entwickelt die Benchmark. In der aktuellen Korrekturphase (Bärenmarkt) verliert die offensivere Ausrichtung jedoch an Boden und hinkt der Performance der Benchmark hinterher. Unter dem Strich liegt die „Mittelfeld 50“-Strategie seit Anpfiff mit 4,65% hinten, während der Benchmark-Index nur etwa 3% verloren hat. Rein auf die Performance geschaut, können wir also keinen Vorteil gegenüber der ETF-Benchmark erkennen.

Das Portfolio

Das reine ETF-Portfolio ist in der Regel nahezu vollständig investiert. Aktuell liegt der „Kasse-Bestand“ bei gerade einmal 2%. Diese „Notreserve“ gibt den Asset Managern die Möglichkeit, auf Auszahlungswünsche von Anlegern (Mittelabflüsse) zu reagieren, ohne Investments direkt verkaufen zu müssen. 

Wachstumschancen sehen die Vermögensverwalter vor allem bei sogenannten Megatrends. Diese bestimmen maßgeblich unsere Zukunft und damit auch die Chancen am Aktienmarkt. Bei ihrer Auswahl berücksichtigen die Asset Manager daher Megatrends wie digitale Technologien (z.B. Künstliche Intelligenz oder Cyber Security) und Gesundheit oder Nachhaltigkeit. 

Reines ETF-Portfolio

Das Portfoliomanagement der alpha beta asset management entscheidet darüber, welche ETFs Platz im Portfolio finden. Unter den aktuell größten Einzelpositionen finden sich vor allem defensive ETFs (Anleihen) wie der iShares Euro Corporate Bond ETF, der iShares € Inflation Linked Govt Bond ETF oder der iShares USD Treasury Bond 7-10yr ETF. In der offensiveren Ausrichtung (Aktien) setzen die Fondsmanager auf China (HSBC MSCI China ETF), US-Technologie- und Finanzwerte (iShares Nasdaq 100 ETF; iShares S&P Financial Sector ETF) sowie mit dem iShares Automation & Robotic ETF auf Aktien, die von den Wachstumstrends Digitalisierung und Robotik profitieren.

Seine Dienste lässt sich der Vermögensverwalter jährlich 0,83% inkl. MwSt. zzgl. Depot-, Produkt- und Servicegebühren kosten. Das ist zwar etwas mehr als ein ETF-Portfolio eines "Selfmade-Anlegers", angesichts der für eine Vermögensverwaltung geringen Einstiegshürde (15.000 Euro) und der aktiven Risikosteuerung aber fair bemessen.

Fazit: Die Strategie Mittelfeld 50 eignet sich für Anleger, die breit gestreut mit dem Markt segeln und sich weder klar auf Rendite oder Risikovermeidung festlegen wollen. Die breite Streuung und das aktive Management des Portfolios sind ein Vorteil gegenüber einer fokussierten Do-it-yourself-Umsetzung in einem engen ETF-Depot eines Privatanlegers. Wer sich zwischen Risiko und Rendite entscheiden kann, findet von dem Haus auch noch andere Strategien (vgl. FK vom 1.9.).
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