Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2026
Nun auch von außen Druck auf den Yen

Japan importiert Inflation

Japan importiert Inflation. Copyright: Pixabay
Aus der Krise herauswachsen – dieses Ziel verfolgt die Politik. Doch was ist, wenn die Inflation anrückt, das Wachstum sich aber partout nicht herbeiführen lässt? Diesem Szenario sieht sich derzeit Japan ausgesetzt.

Die Inflation erreicht allmählich selbst das Land der aufgehenden Sonne. Allerdings anders als von der japanischen Notenbank gewünscht. Die Großhandelspreise – also die Preise von Gütern, die zwischen Unternehmen gehandelt werden – stiegen im Juli um 5,6% im Vergleich zum Vorjahr an. Ursache dafür sind hauptsächlich gestiegene Rohstoffpreise. Der schwächer gewordene Yen verstärkt den Effekt der importierten Inflation. 

Ob sich das nennenswert auf die japanischen Verbraucherpreise niederschlagen wird, darf aber wiederum bezweifelt werden. Vor allem der private Konsum nimmt nur mühsam Fahrt auf. Trotz sprudelnder Liquidität und grünen Kreditgeschenken (vgl. FD vom 6.8.2021) gelingt es in Japan nach wie vor nicht, auf einen nennenswerten Wachstumspfad zu kommen. Das zeigt sich auch bei den Krediten. Laut der Bank of Japan nahm die Kreditvergabe der japanischen Banken im Juli nur um 1% im Jahresvergleich 2020/2021 zu. Das ist der geringste Anstieg seit neun Jahren.

Steigende Rohstoffpreise bei schwachem Konsum drücken auf die Margen

Steigende Preise bei schwachem Konsum werden auf die Margen japanischer Unternehmen drücken. Die Sorge besteht, dass aus dem Abwärtsdruck eine handfeste Wirtschaftskrise erwachsen könnte. Lediglich die Auslandsnachfrage ist ein Konjunkturtreiber für Japans Exportwirtschaft. Doch das ist nur ein schwacher Trost. Denn während die Exportpreise im Juli im Jahresvergleich um 11,2% gestiegen sind, sind die Importpreise um 27,9% hochgeschnellt. Der Chef-Ökonom der japanischen Investmentbank Mizuho Securities Shunsuke Kobayashi fasst die Situation treffend zusammen: "Die japanische Wirtschaft ist noch weit von einer selbsttragenden Erholung entfernt."

Währungsgewinne beim Yen sind vor diesem Hintergrund für langfristige Anleger vorerst nicht zu erwarten. Im Gegenteil bieten sich angesichts von Tapering-Andeutungen der US-Notenbank Fed und der erfolgten Bewilligung des US-Infrastrukturprogramms weitere Spekulationen auf einen starken US-Dollar zum Yen an. Ein Rücksetzer am Mittwoch von 110,8 auf 110,4 bietet dafür ein gutes Einstiegsniveau.

Fazit: In Japan wächst die Angst, dass auf die Pandemie eine handfeste Wirtschaftskrise folgt.

Hier FUCHS-DEVISEN abonnieren

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Bank im Bistum Essen eG in der Ausschreibung

Die BiB ist kein Zug, auf den die Stiftung aufspringen will

Thumb Stiftungvermögen 2024. © Collage: Verlag FUCHSBRIEFE, Bild: envato elements
Die Bank im Bistum Essen (BiB) begrüßt die Stiftung Fliege, die ihre drei Millionen Euro Kapital neu anlegen will, mit einem überaus empathischen Schreiben. Sie bittet ausführlich um Entschuldigung, weil sie durch Krankheit bedingt nicht in der Lage gewesen sei, den erbetenen Anlagevorschlag fristgerecht einzureichen. Man fühlt sich ein wenig wie unter Freunden und möchte gern einen Sympathiebonus vergeben. Ob das nach Studium des Anlagevorschlags auch noch so ist, wird sich zeigen.
  • Fuchs plus
  • Doppelter Urlaubsanspruch bei unrechtmäßiger Kündigung?

Bundesarbeitsgericht löst auf

Bei einer zeitlichen Überschneidung einer rechtswidrigen Kündigung mit einer neuen Beschäftigung könnte theoretisch ein doppelter Urlaubsanspruch entstehen. Das Bundesarbeitsgericht musste jetzt entscheiden, wie damit umzugehen ist.
  • Fuchs plus
  • Dekarbonisierung: Andere Standorte attraktiver als Deutschland

Skandinavien bei Dekarbonisierung weit vorn

Obwohl die deutsche Regierung die ganze Wirtschaft auf Klimaneutralität trimmen will - wie die EU - bietet Deutschland keine guten Rahmenbedingungen für eine Dekarbonisierungsstrategie. Das zeigt eine Umfrage von EY unter Unternehmen. Andere Standorte sind attraktiver.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: KANA Stiftungs- und Vermögensberatung GmbH mit quantagon

KANA geht zusammen mit quantagon nicht hinreichend in die Tiefe

Thumb Stiftungsvermögen 2024, © Grafik Redaktion Fuchsbriefe mit Envato Elements
Die eigentlich angefragte KANA Stiftungs- und Vermögensberatung GmbH reicht ein Angebot der mit ihr kooperierenden quantagon financial advisors GmbH ein. KANA, ist zu erfahren, könne ergänzend umfassende Beratungsdienstleistungen für Stiftungen anbieten. an. Die Bandbreite der Themen reiche von der Formulierung der Anlagerichtlinie inklusive individueller Regelungen über die Unterstützung der Stiftungsbuchhaltung bis zur Beratung im Umgang mit der Stiftungsaufsicht. Was hat quantagon zu bieten?
  • Fuchs plus
  • Chart der Woche vom 18.04.24

BASF an Kursunterstützung kaufen

Wirkstofflösungen in kleinen Röhrchen © BASF SE 2023
BASF bietet charttechnisch orientierten Anlegern ein interessantes Bild. Im Jahr 2023 verlief die Aktie seitwärts zwischen klaren Kursmarken. Die obere Barriere hat die Aktie gerade überwunden. Der aktuelle Rücksetzer schafft eine Trading-Möglichkeit.
  • Fuchs plus
  • Im Fokus: Industriemetall-Aktien

Metall-Sanktionen bieten Anlegern Chancen

Kupferrohre © magann / stock.adobe.com
In die Preise für die Industriemetalle kommt kräftig Bewegung. Auslöser sind neue Sanktionen durch die USA und Großbritannien gegen russische Industriemetalle. Daraus ergeben sich für Anleger einige Opportunitäten.
Zum Seitenanfang