Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2277
Italien bei der Wahl der Partner nicht wählerisch

Rom sucht Schulterschluss mit Peking

Rom sucht Schulterschluss mit Peking. Copyright: Pexels
Italien will raus aus der Krise – und findet mit China einen Partner, der die Modernisierung der maroden Infrastruktur stark vorantreibt. Doch nicht alle sind davon begeistert.

Rom und Peking haben eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit vereinbart. Das bestätigten jüngst das Büro von Italiens Premier Mario Draghi sowie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Italien irritiert westliche Partner schon länger damit, dass es als einziger G7-Staat aktiv China beim Bau der Neuen Seidenstraße unterstützt. Auf dem letzten G7-Gipfel in Cornwall hatte sich Rom zwar von Peking distanziert – das dürfte aber nur von symbolischer Natur gewesen sein.

China nutzt Italien als Brückenkopf mit direkten Zugang ins Herz Europas. Damit verschiebt sich das Ende der Neuen Seidenstraße weiter nach Westen. Große Hafenprojekte in Triest und Genua wurden bereits angestoßen. Auch die Häfen von Venedig, Tarent (Süditalien) und Sizilien sind für China interessant. Hinzu kommen Projekte wie ein Versandzentrum in Verona oder ein Forschungsinstitut in Ravenna.

Italiens Modernisierung wird aus China geliefert

Italien bekommt durch die Kooperation ein Modernisierungsprogramm. Das passt zum wirtschaftlichen Kurs von Premier Draghi – bei der Auswahl der Partner ist er nicht wählerisch. China bringt maßgeblich die Digitalisierung der italienischen Häfen voran. Huawei liefert beispielsweise in Bari einen smarten Hafenzugang. Ebenfalls Huawei und ZTE bauen in Italien das 5G-Netz auf. Auch italienische Start-ups stehen bei Chinas Firmen hoch im Kurs.

Die Direktinvestitionen Chinas in Italien beliefen sich vor der Pandemie auf 12 Mrd. US-Dollar – Tendenz steigend. Corona hat dem zwar einen Knick verpasst; langfristig zeigt die Kurve aber weiter nach oben. Zurückhaltend reagieren bisher noch die Industrieunternehmen in Italiens Wirtschaftsregion Lombardei. Sie fürchten um ihre Wettbewerbsfähigkeit, wenn chinesischen Firmen der Marktzugang erleichtert wird. Mehr Gefahr für die italienisch-chinesischen Beziehungen aber geht von Seiten der Politik aus. In Umfragen ist die rechtsextreme Partei Fratelli d’Italia inzwischen stärkste Kraft.

Fazit: Italien prescht wie kein anderes G7-Land mit seiner China-Kooperation voran. Getreu dem Motto „Kooperation wo möglich, Abgrenzung wo nötig“ setzt Rom auf ein pragmatisches Verhältnis zu Peking. Italien dürfte damit nicht das einzige Land bleiben. Auch Spanien schlägt diesen Weg inzwischen ein.

Hier: FUCHSBRIEFE abonnieren

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Nachhaltigkeit beim Stiftungsvermögen: Tiefe Einblicke und Diversität in Kooperationen

Von Datenlieferanten bis Beratungsnetzwerke: Wie Vermögensmanager ihre Nachhaltigkeitsstrategien stärken

Kollage Verlag Fuchsbriefe © Bild: envato elements
Um die nachhaltige Kapitalanlage zu stärken, setzen Vermögensmanager auf die Zusammenarbeit mit externen Instituten. Eine Analyse der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz von 25 Organisationen enthüllt nicht nur eine reiche Vielfalt an Kooperationen, sondern auch signifikante Unterschiede in der Integration dieser Partnerschaften in ihre Nachhaltigkeitsstrategien.
  • Fuchs plus
  • Preisdruck auf natürliche Diamanten verschärft sich

Kaufzeit für Diamanten!

Der Kunde verlangt vermehrt synthetische Diamanten. © Foto: Pixabay
Die Preise für natürliche Diamanten sinken weiter mit einem Wertverlust von etwa 12 Prozent bei Einkarätern in bester Qualität. De Beers und Händler reagieren mit Preissenkungen und Produktionsanpassungen, während kleinere Juweliergeschäfte stark betroffen sind.
  • Fuchs plus
  • Logistik und Nachhaltigkeit

Elektro-LKW bei Österreichischer Post

Die Österreichische Post hat erstmals zwei Elektro-Lkw im Einsatz. Transportiert werden internationale Sendungen. Damit lassen sich rund 117 Tonnen direkte CO2-Emissionen pro Jahr einsparen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Performance-Projekt 8: Erfolgreiche Strategien und Schwankungen im 2. Quartal

Benchmark-Analyse zeigt signifikante Entwicklungen im zurückliegenden Jahr

Thumb Performance-Projekt 8, 2. Quartal 2024, erstellt mit DALL*E
Die neueste Benchmark-Analyse im Performance-Projekt 8 für das zweite Quartal 2024 offenbart Verbesserungen und Rückschläge unter den führenden Finanzinstituten. Besonders die PI Privatinvestor Kapitalanlage GmbH sticht durch eine erhebliche Renditeverbesserung hervor, während einige Banken hinter den Erwartungen zurückbleiben.
  • Fuchs plus
  • Wie Banken mit Nachhaltigkeit umgehen und welche Herausforderungen sie bewältigen müssen

Nachhaltigkeit in der Finanzwelt: Von Greenwashing bis Werte-Diskrepanz

Thumb Nachhaltigkeit im Private Banking 2024/25. © Verlag FUCHSBRIEFE
Banken und Finanzinstitute stehen vor der Herausforderung, ökologische und soziale Standards einzuhalten, ohne in die Falle des Greenwashings zu tappen. Doch was bedeutet das für die Kunden? Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, wie komplex die Umsetzung von nachhaltigen Maßnahmen ist.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen: ODDO BHF in der Gesamtbeurteilung 2024

ODDO, go for Gold

Thumb Stiftungsvermögen 2024, © Grafik Redaktion Fuchsbriefe mit Envato Elements
ODDO BHF – ehemals BHF Bank – ist eine Bank in Familienhand und eine französisch-deutsche Erfolgsgeschichte. Die Bank verfügt nach eigener Aussage über langjährige und umfassende Kompetenzen bei der Verwaltung von Stiftungsvermögen und beeindruckt insbesondere mit ihrer Investmentkompetenz. Die Stiftungen werden gemeinsam von den Spezialisten aus den Bereichen Stiftung Office, Family Office und Vermögensverwaltung sowie den jeweiligen Beratern aus den Niederlassungen betreut.
Zum Seitenanfang