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Börseneinschätzung vom 08. August 2019

Neue Trump-Turbulenzen

Im Zuge der Ankündigung neuer Strafzölle seitens der USA sausen die Börsenkurse nach unten. Die Anleger steigen hastig aus den Aktien aus. Dafür springt eine andere Assetklasse nun an. Der US-Präsident hat für sein Verhalten klar machtpolitische Motivationen.

Die Aktienmärkte werden kräftig durchgerüttelt. Auslöser war einmal mehr eine neue Zollankündigung durch den US-Präsidenten Donald Trump gegen China. Kaum hatten die US-Börsen ihre Enttäuschung darüber verarbeitet, dass Fed-Chef Jerome Powell keine weiteren Zinsschritte angedeutet hat, schickte Trump seinen Tweet ab und die Märkte damit auf Talfahrt.

Getrieben wird die Börse durch ein Ping-Pong-Spiel zwischen den USA und China. Die USA erhöhen die Zölle und machen vor der nächsten Zoll-Verhandlungsrunde im September Druck auf Peking. Das Reich der Mitte reagiert mit Währungsabwertungen. Diese federn die negativen Zollwirkungen ab.

Chinesen flüchten sich in den Bitcoin

Das wirkt sich auf die Börsen und den Bitcoin-Kurs aus. Die Yuan-Abwertung drückt die US-Börsen, weil die Zoll-Effekte geschmälert werden. Sobald China den Yuan stabilisiert, fängt sich auch der Dow Jones. Zugleich steigt der Bitcoin-Kurs steil an. Von 9.000 US-Dollar ist er parallel zur Börsenkorrektur wieder auf 11.800 US-Dollar hochgeschnellt. Dahinter steckt die große Beliebtheit der Kryptowährung in China und die Flucht etlicher Chinesen aus dem Yuan in den Bitcoin. Dieses Wechselspiel ist schon geraume Zeit zu beobachten.

US-Präsident Trumps macht dabei ein doppeltes Spiel. Einerseits hält er den Druck auf Peking im Zollstreit hoch. Hier ist Trump bereits im Wahlkampfmodus und sein Ziel ist, diesen Konflikt schwelen zu lassen. Wenn es Anfang 2020 „große Deals" mit China gibt, werden Wirtschaft und Börse aufatmen. Davon dürfte er bei den im November 2020 anstehenden Wahlen profitieren.

Die Fed gerät noch weiter unter Druck

Zugleich setzt Trump die US-Notenbank weiter massiv unter Druck. Schwächt sich die Konjunktur ab oder kommt die US-Börse unter die Räder, wird die Fed eingreifen. Weitere Zinssenkungen werden damit wahrscheinlicher. Gerade erst äußerte sich der Chef der wichtigen Chicago-Fed und erklärte, dass „die Notenbank reagieren werden, wenn sich die Konjunktur abschwächt." Die Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Zinssenkung im September liegt bei 35%. Die Zinsphantasie bleibt somit bestehen. Werden die Zinsen gesenkt, wird das die Wirtschaft und die Börse befeuern.

Die aktuellen Trump-Turbulenzen waren schon heftig. Der Dow ist steil auf 25.000 Punkte zurückgefallen. Der DAX ist in Richtung 11.400 Zähler gepurzelt. Beide Indizes sind deutlicher gefallen, als wir erwartet hatten. Wir haben das Momentum unterschätzt.

Die langfristigen Aufwärtstrends sind angegriffen und wackeln. Einen Durchbruch nach unten erwarten wir aber nicht. Aus technischer Sicht ist der Markt momentan überverkauft und hat auf der Basis der langfristigen Trends aufgesetzt. Etliche Investoren werden das Sommergewitter abwarten, um dann in den alternativlosen Aktienmarkt einsteigen.

Fazit: Die Lage ist fragil, die Kursentwicklung bleibt volatil. Wir erwarten kurzfristig eine kräftige technische Bewegung nach oben. Darauf können Anleger taktisch mit ETF setzen (vgl. Fuchs-Depot). Fundamental bleiben Aktien erste Wahl. In den nächsten Wochen wird es noch Kaufgelegenheiten geben.

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