Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2850
Umfassende EU-Nachweispflicht für importierte Naturprodukte

Anti-Entwaldungsverordnung stellt Importeure vor große Herausforderung

Drohnen-Foto: Links der intakte Regenwald, rechts gerodetes Gebiet mit Baumaschinen. © richcarey / Getty Images / iStock
Die Anti-Entwaldungsverordnung der EU macht Importe von Naturrohstoffen wie Holz, Kakao, Kaffee und Palmöl ab Ende 2024 sehr viel komplizierter. Denn die Importeure müssen nachweisen, dass für den Anbau der Produkte keine Wälder, die bis 2020 existierten, zerstört wurden.

Importe von Naturrohstoffen (Holz, Kakao, Kaffee, Palmöl, Kautschuk usw.) werden ab 2025 deutlich komplizierter und teurer. Denn die EU-Verordnung gegen Entwaldung bedeutet einen immensen Aufwand für hiesige und ausländische Unternehmen. Viele Naturprodukte und weiterverarbeitete Produkte (Papier, Möbel, Schokolade, Tierfutter und Leder) werden davon betroffen sein. 

Diese betroffenen Natur-Produkte dürfen künftig nur noch in die EU eingeführt werden, wenn für ihre Produktion keine Wälder zerstört wurden. Ab Dezember 2024 müssen größere Unternehmen Nachweise der Einhaltung dieser Regeln erbringen. Ab Juni 2025 werden auch KMU dazu verpflichtet. Die Unternehmen müssen diese Nachweise wiederum von ihren Außenhandelspartnern einholen. 

Probleme und Risiken

Schwierigkeiten entstehen dadurch entlang der gesamten Lieferkette. Das beginnt bei den Auswirkungen für die Kleinbauern in den Produzentenländern. Das jedenfalls befürchten die Regierungen Indonesiens und Malaysias. Denn während große Unternehmen (widerwillig) die Anforderungen der Verordnung für ihre EU-Partner erfüllen könnten, wäre das für die kleinen Bauern unmöglich (z.B. die Zertifizierungsverfahren). Es bestehe daher das Risiko, dass diese Anbieter als Marktteilnehmer ausscheiden, sich das Geschäft auf große Konzerne konzentriert. 

Viele Unternehmen werden eine ganz neue Lieferkette für Produkte aufbauen müssen. Das erwartet z.B. der Verband der Ölsaatenverarbeitenden Industrie (Ovid). Das bedeutet getrennte Ernte, Lagerung, Transport, Hafenanlagen, usw. um die Nachverfolgbarkeit für die EU sicherzustellen. Denn der Druck für die hiesigen Importeure ist groß: Sie können für falsche Angaben der Lieferanten haftbar gemacht werden und werden sich daher gegen Risiken absichern wollen. hier ergeben sich Einsatzmöglichkeiten für die Blockchain (FB vom XX.XX.).

Die Zeit wird knapp - das ganze System ist erst im Aufbau

Die Unternehmen müssen sich zudem für den Handel mit der EU mit den jeweiligen Rohstoffen registrieren. Das Prozedere ist aber noch gar nicht verfügbar. Die rechtzeitige Realisierung ist darum noch fraglich. In den Herkunftsländern müssen dazu umfassende Informationssysteme aufgebaut werden. Noch fehlen auch Vorgaben, wie die Rückverfolgungsdaten aussehen sollen (Datenformat, Upload, usw.). 

Bekannt ist, dass für die importierten Produkte hektargenau die Herkunftsdaten der Anbauflächen und Verarbeitungsstationen vorliegen müssen - für jeden eingeführten Container extra. Geolokalisierung, etwa per GPS oder über Satellitenbilder verknüpfen die Produkte mit den genutzten Anbauflächen. Dazu wird es drei Risikoklassen geben. Die Amazonasregion, das Kongobecken aber auch Osteuropa werden wohl zur höchsten Risikoklasse gehören.

Fazit: Die Anti-Entwaldungsverordnung der EU wird zu einem hohen bürokratischen Aufwand führen und Naturprodukte aus vielen Regionen der Welt in Europa um einiges teurer machen.

Hinweis: Vor allem Indonesien ist über die Verordnung "not amused". Dem Vernehmen nach lasten die neuen Vorschriften schwer auf den Freihandelsverhandlungen zwischen der EU und dem asiatischen Inselreich.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Bayerische Vermögen GmbH in der Ausschreibung

Die Bayerische Vermögen lässt zu viele Fragen offen

Thumb Stiftungsvermögen 2024. © Collage: verlag FUCHSBRIEFE, Bild: envator elements
Die Bayerische Vermögen gibt sich selbstbewusst. „Gibt es eine Formel für erfolgreiche Geldanlage?" Nicht alle Daten seien einfach abzurufen und müssten erst einmal ins rechte Verhältnis zueinander gesetzt werden. "Diesen Mehrwert bietet unsere Premium-Vermögensverwaltung und kann daher für jeden Privatanleger geeignet sein.“ Nun ist die Stiftung Fliege kein Privatanleger und hat besondere Anfordrungen. Wir sind also gespannt, was der Vorschlag zu bieten hat.
  • Fuchs trifft Pferdchen, Der Geldtipp-Podcast, Teil 34

Unsere internationalen Aktien fürs Leben

Geldtipp-Podcast. ©SpringerNature
Nach den deutschen Dauerläufern stellen Pferdchen und Fuchs in der 34. Folge des Geldtipp-Podcasts die internationalen Aktien vor, die langfristig in ein ausgewogenes Depot gehören. Sie diskutieren, wie sich die Auswahlkriterien für ausländische und für heimische Titel unterscheiden.
  • Was sind die Fuchsbriefe? - In 2 Minuten erklärt

Fuchsbriefe Scribblevideo mehr als 213.000 Mal gesehen

© Verlag FUCHSBRIEFE
Hammer: Unser Scribble-Erklärvideo zum Fuchsbrief wurde inzwischen mehr als 200.000-mal angeschaut – genau waren es am 29. Februar 213.318 Abrufe. Hochgeladen hatten wir den gezeichneten Film vor 8 Monaten. Somit ergeben sich 26665 Abrufe pro Monat oder 889 pro Tag. Darauf sind wir stolz! Der Film wurde gezeichnet vom Team um Carsten Müller und dauert 02:21 Minuten. Worum geht es?
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Siemens Energy

Starke Zahlen und Rekord-Aufträge

Siemens Energy ist auf gutem Wege. Das zeigen die jüngsten Zahlen an. Viele Unternehmensteile machen gute Umsätze und stattliche Gewinne. Das schlägt sich auch an der Börse nieder.
  • Fuchs plus
  • Plug Power

Kostensenkungsprogramm und Wasserstoff-Verkauf

Plug Power hat sich verhoben. Die Zahl der Projekte und Investitionen war zu hoch. Nun tritt das Unternehmen an verschiedenen Stellen auf die Kostenbremse. Gut ist in dem Umfeld, dass Plug mit der Produktion und dem Verkauf von Wasserstoff für seine Partner begonnen hat.
  • Fuchs plus
  • Editorial

BMW fährt auf Wasserstoff ab

BMW und Airbus verstärken ihre Bemühungen, Antriebslösungen mit Wasserstoff zu entwickeln. Der Autobauer aus Bayern setzt jetzt voll auf Wasserstoff, hat mit dem iX5 einen Pkw am Start, sieht dafür aber die aussichtsreichsten Märkte nicht in Deutschland oder Europa. Dennoch ist die Marschroute klar.
Zum Seitenanfang