Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2906
Macron schmiedet Allianzen gegen Berlin

Europas Machtzentrum wird nach Paris verschoben

Emmanuel Macron und Olaf Scholz im Gespräch. © ASSOCIATED PRESS / Ludovic Marin / picture alliance
Die Bundesregierung verliert in europapolitischen Fragen zunehmend an Gewicht. Sie kann nur auf eine wenige verlässliche Partner zurückgreifen. Vor allem Paris forciert die Isolierung Berlins.

Deutschland ist in relevanten politischen Fragen in Europa zunehmend isoliert. Vor allem Paris nutzt die für viele EU-Länder unbequemen Positionen Berlins (z.B. Strommarktreform, Fiskalpolitik, Landwirtschaft, Ukraine-Hilfen), um europäische Allianzen gegen die Bundesregierung zu schmieden. Die EU driftet damit immer stärker in Richtung einer französisch dominierten Union. Der Einfluss Deutschlands auf europäischer Ebene schwindet dagegen deutlich. Darüber kann auch die Blockade des Verbrenner-Verbots nicht hinwegtäuschen.

Schwierig mit Italien, enge Beziehungen zu Spanien

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron beweist Talent als Euro-Strippenzieher. Er traf als erstes Staatsoberhaupt im Oktober 2022 die frisch gewählte italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Aktuell hakt es zwar zwischen beiden in Fragen zur Migration und Ukraine. Hinsichtlich der fiskalpolitischen Perspektiven (Schuldenunion) sind sich die Regierungen aber weitgehend einig.

Mit Spanien schloss Frankreich im Januar einen Freundschaftsvertrag. Er wertet die bilateralen Beziehungen symbolisch auf. Praktisch zeigen sich die Auswirkungen in der französischen Unterstützung zu Spaniens Plänen für die europäische Strommarktreform. Am nun veröffentlichten „weichen“ Reformvorschlag werden beide Länder wenig Gefallen finden und Nachbesserungen fordern.

Dreieck Paris-London-Warschau gibt Ton in Europas Ukraine-Politik an

Auch mit Großbritannien hat Frankreich ein neues Kapitel aufgeschlagen. Erstmals seit fünf Jahren hat sich am 10.03. ein französischer Präsident mit seinem Amtskollegen aus dem Brexit-Land getroffen. Macron und Rishi Sunak bekräftigten ihren Willen zu einer stärkeren Zusammenarbeit in Fragen der Wirtschaft und Migration. Ihre militärischen Hilfen für die Ukraine wollen die beiden Staaten weiter forcieren.

Zusammen mit Polen sind Frankreich und Großbritannien die wichtigsten europäischen Ukraine-Unterstützer. Polens Präsident Andrzej Duda besuchte Sunak vor drei Wochen. Das Dreieck Paris-London-Warschau dürfte Berlin in Ukraine-Fragen ausbooten.

Nur wenige verlässliche Verbündete für Berlin

Deutschland kann in relevanten Fragen nur auf wenige kleinere Verbündete zählen. In fiskalpolitischen Fragen sind das vor allem Österreich, die Niederlande und die skandinavischen Länder. Gegen den frankophilen Block sind das aber Leichtgewichte. Das Ungleichgewicht dürfte absehbar noch größer werden, wenn Ursula von der Leyen (CDU) nach den Europawahlen 2024 nicht mehr Kommissionspräsidentin bleibt.

Fazit: Paris schmiedet Allianzen gegen Berlin und zieht das Machtzentrum Europas immer stärker an die Seine. Das ist angesichts des Anteils Deutschland am EU-Haushalt (22%) und der noch hervorragenden deutschen Bonität ein Problem. Es wird immer offensichtlicher: Deutschland zahlt, hat aber immer weniger Einfluss in der EU.
Neueste Artikel
  • Wochenbericht zu Projekt IX in KW 11: Rendite, Risiko und Handel

Wer handelt, wer liefert – und wie das Benchmarkdepot die Messlatte setzt

Illustriert mit Canva und ChatGPT
In Kalenderwoche 11 zeigt das Performance‑Projekt 9 (Stiftungsportfolio) deutliche Unterschiede zwischen aktiven und passiven Vermögensverwaltern. Einige Häuser nutzen gezielte Umschichtungen, während andere ihre Positionen halten. Wer zu den Gewinnern zählt, welche Titel gehandelt werden und wie sich die Depots entwickeln – der Wochenüberblick für Anleger.
  • Wochenbericht zu Projekt VIII in KW 11: Performance, Gewinner und Verlierer

Vermögensverwalter kämpfen um jeden Punkt

Illustriert mit Canva und ChatGPT
In Kalenderwoche 11 zeigt sich das Benchmarkdepot von Projekt 8 (Vermögensverwaltende Fonds) als klarer Sieger: Es erzielt den höchsten Vermögenszuwachs und reduziert zugleich das Risiko. Kein anderes Depot erreicht diese Rendite. Weil in dieser Woche keine Transaktionen stattfanden, spiegeln alle Ergebnisse ausschließlich die Marktbewegungen wider – ein präziser Blick auf die strukturelle Stärke der Portfolios.
  • Wochenbericht zu Projekt VII: Gewinner, Verlierer und Handelsstrategien

Die Frontrunner in KW 11 heißen: FV Frankfurter Vermögen AG, Volksbank Vorarlberg e. Gen. und Berliner Sparkasse

Illustriert mit Canva und ChatGPT
In Kalenderwoche 11 zeigt Projekt 7 (Private Banking Depot), wie unterschiedlich Vermögensverwalter agieren. Wer übertrifft die Benchmark, wer fällt zurück – und welche Rolle spielen Handelsaktivitäten? Die Woche liefert klare Antworten und schärft den Blick für die Stärke einzelner Portfolios.
Zum Seitenanfang