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FUCHS-Devisenprognose im 1. Quartal 2024

Märkte lesen die falsche Zins-Story

Börse. © phongphan5922 / stock.adobe.com
Zum Jahreswechsel deutet viel auf ein turbulentes Devisenjahr 2024 hin. Wer wissen will, wie sich die Wechselkurse entwickeln, braucht einen klaren Blick auf die Zinsentwicklung. Hier liegt ein beträchtlicher Teil der Marktteilnehmer gerade gehörig daneben, meint FUCHS-Devisen. Wie sich das auf Euro, US-Dollar und Co. auswirken wird, zeigt unsere Prognose für die kommenden zwölf Monate.

Auch im Devisenjahr 2024 richten sich alle Augen auf die Zinspolitik der Notenbanken. Während es im Jahr 2023 um die Frage ging, wie hoch die Zinsen steigen werden, steht im Jahr 2024 die Frage nach dem Zeitpunkt der ersten Zinssenkungen im Vordergrund. Die Märkte glauben zu 62%, dass die US-Notenbank Federal Reserve im März erstmals ihre Zinsen senken wird, so das FedWatch Tool von CME.

FUCHS-Devisen glauben das nicht. Die US-Konjunktur ist stark, die Inflation noch bei 3,1% und der Notenbankchef Jerome Powell warnt beständig vor neuen Aufwärtsrisiken. Das sind keine Senkungsanzeichen. Mit Zinssenkungen rechnen wir erst ab der zweiten Jahreshälfte. Diese dürften dann den Dollar schwächen und den Euro stärken.

EUR|USD dürfte in der zweiten Jahreshälfte an Stärke gewinnen

Die Märkte wollen aber partout nicht von ihrer eigenen Zins-Story abrücken. Darum sehen wir bei EUR|USD nun in der ersten Jahreshälfte Enttäuschungspotenzial. Notierte das Paar Anfang Oktober noch bei 1,04, sind es inzwischen 1,09. Zwischenzeitlich wurden auch Kurse um 1,11 wieder angelaufen. Da wir davon ausgehen, dass wir im März „überraschend“ keine Zinssenkungen sehen werden, erwarten wir bei EUR|USD nochmal einen Kurstaucher im 1. Quartal. Wir passen unsere Prognose für EUR|USD nach unten an (siehe Tabelle). Im zweiten Halbjahr erwarten wir einen stärkeren Euro.

Im 4. Quartal findet dann die US-Präsidentschaftswahl statt, die den Dollar bewegen wird. Aus heutiger Sicht scheint ein Sieg Donald Trumps wahrscheinlich – auch wenn diese Prognose mit extremer Unsicherheit behaftet ist. Die Märkte würden in einer ersten Reaktion einen Sieg des renitenten, aber auch für Deregulierung stehenden, Republikaners wohl begrüßen und den Dollar stärken. Im weiteren Verlauf würde der Dollar unter Trump, der die Notenbank zu einer lockereren Politik drängen würde, aber wohl schwächer tendieren.

Yen hat starke Gegenspieler

Weitere Anpassungen nehmen wir bei unserer Yen-Prognose vor. Dass USD|JPY in diesem Jahr die 130 anläuft, so wie wir es vor drei Monaten erwarteten, glauben wir inzwischen nicht mehr. Zwar meinen wir, dass die Bank of Japan ihre Salamitaktik-Straffung fortsetzen wird (FD vom 08.12.2023). Doch die starke US-Wirtschaft und die restriktiver agierende Fed begrenzen das Aufwärtspotenzial des Yen. Wir sehen den Yen im Sommer maximal bis 135 aufwerten.

Überbewerteter Franken

Die Stärke des Frankens haben wir deutlich unterschätzt. EUR|CHF notiert bei 0,93 und damit unterhalb des von uns vor drei Monaten prognostizierten Zielbandes (0,96 bis 1,01). Die Robustheit der Schweizer Volkswirtschaft und die Erwartung sinkender Zinsen haben den Euro geschwächt. Wir glauben nicht, dass der Franken dieses Niveau halten kann und erwarten, dass der Euro aufwertet, sobald der Markt seine Zinserwartungen korrigiert. Das Zielband unserer Devisenprognose passen wir aber nach unten an.

Überschießende Zinshoffnungen beflügeln Anleihen

Auch bei unserer Zinsprognose nehmen wir Korrekturen vor. Angefacht durch die Hoffnung auf sinkende Zinsen haben die Anleihen eine Rally zum Jahresende hingelegt, die wir so nicht erwartet haben. Da wir die Zinshoffnungen nicht teilen, erwarten wir auch hier wieder steigende Notierungen, passen aber unser Prognoseband nach unten an.  

Fazit: Da wir davon überzeugt sind, dass die Märkte die Zinsentwicklung mehrheitlich falsch einschätzen, erwarten wir, dass der Dollar erst in der zweiten Jahreshälfte bedeutend an Stärke verlieren wird.
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