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HSBC, Stiftungsmanagement 2019: Qualifikation

Viel heiße Luft

Die HSBC hat es nicht in die Endauswahl geschafft.
HSBC hat nach eigenen Angaben alle notwendigen Qualifikationen im Stiftungsmanagement und kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Im spezifischen Fall kocht die HSBC allerdings nur mit Wasser. Intelligente Überraschungsmomente sucht man vergebens. Einige Kundenwünsche werden sogar kurzerhand negiert. Mit dieser Haltung kann die HSBC nicht an vorderster Front mitspielen.

Fangen wir mit dem Positiven an: HSBC Deutschland ist in allen Fragen der Geschäftsführertätigkeit von Stiftungen ein externer Berater und Dienstleister mit viel Erfahrung. Bis aufs Jahr 1850 reicht die Beschäftigung mit Stiftungsfragen zurück. Eine spezifische Praxisgruppe Stiftungen bündelt die Kompetenz in allen Fragen des Stiftungsmanagements. Alle Kollegen, die dort arbeiten, verfügen nach Auskunft der HSBC über fundiertes Spezialwissen.
HSBC Deutschland ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Seit 2018 arbeiten in Deutschland erstmals mehr als 3.000 Mitarbeiter – am Hauptsitz in Düsseldorf sowie an 7 weiteren Niederlassungen.

Etwas Licht, aber noch viel mehr Schatten

Der Anlagevorschlag, 37 Seiten lang, macht zunächst einen soliden Eindruck. Die Anlagewünsche und Anlageziele der Kreuzberger Kinderstiftung werden jedenfalls korrekt wahrgenommen.
Das Anlagevolumen von 3 Millionen EUR soll in zwei Vermögensverwaltungsmandate aufgeteilt werden. 2 Millionen Euro werden in einer aktiven Multi-Asset-Strategie angelegt, weitere 1 Millionen Euro werden in einer konservativen Emerging-Markets-Strategie angelegt. Das Schwellenländer-Angebot ist offensichtlich neu im Programm, denn die Bank kann noch keine realen Zahlen für die letzten 2 Jahre vorlegen. Ohne Frage sticht die Bank mit einer so hohen Gewichtung der Randmärkte heraus. Kein anderer Anbieter hat diese Allokation gewählt. Damit fährt sie aber auch ein erhebliches Risiko.
Die erwartete Rendite beider Strategien liegt laut HSBC über den vom Kunden geforderten 4%. Die Bank setzt alles ausschließlich über ETFs um. Einzelwerte sind nicht zu sehen. Näher begründet wird dies nicht.
Der Schwellenländer-Baustein investiert zu rund 20% in Aktien und 80% in Rentenbausteine. Allerdings wird im Anlagevorschlag nicht deutlich, ob die Kombination dieser beiden Bausteine die Wünsche der Kreuzberger Kinderstiftung hinsichtlich einer Verbrauchsreserve erfüllt. Die Frage der laufenden Einnahmen bleibt unbeantwortet. Auch die Frage, wie hoch das Zinsänderungsrisiko des kurzen Bausteins mit einem hohen Rentenanteil ist, wird leider nicht diskutiert.

Die Liste der Versäumnisse ist zu lang

Ärgerlich ist, dass viele „Basics" einfach nicht aufgezeigt werden. Mit welchen ordentlichen Erträgen darf der Kunde rechnen? Gerade dieser Punkt ist für Stiftungen von elementarer Bedeutung und darf in keinem Report fehlen. Es fehlen aber auch Performance-Nachweise. Stresstests sucht man im Anlagevorschlag der HSBC ebenfalls vergeblich. Man erfährt lediglich, dass bei einem konservativen Depot mit Emerging Marktes-Titeln mit einem Aktienanteil von 20% und einem Rentenanteil von 80% mit einer jährlichen Rendite von 4,9% p.a. gerechnet werden kann, die Volatilität liegt bei 9,3% und die Wahrscheinlichkeit, dass binnen eines Jahres eine positive Rendite erzielt wird, liegt bei 70,1%. Der andere Baustein soll 4,08 % erbringen.
Das Thema Nachhaltigkeit wird mit keinem Wort angesprochen, obwohl dieser Punkt in der Anfrage an die HSBC betont wurde. Die HSBC bleibt letztendlich bei einer Standard-Präsentation hängen und die Nachlässigkeiten zeigen auf, dass man sich – anders als viele Mitbewerber – nicht die Mühe gemacht hat, sich intensiv in die Anforderungen der gemeinnützigen AG hineinzudenken. Dies kann nicht reichen, um in den Beauty Contest zu gelangen.


Bei der Betreuung sowie in der Darlegung kann die HSBC punkten


Mag sein, dass die HSBC, wie in der stark werbelastigen Anlage-Präsentation behauptet wird, unter Stiftungskompetenz eine ganzheitliche Betreuung über den gesamten Lebenszyklus einer Stiftung versteht. Diese Betreuung umfasst ein stiftungsspezifisches Anlagemanagement und auch eine auf Stiftungen zugeschnittene Berichterstattung, heißt es. Wir möchten der HSBC auch gerne abnehmen, dass sie „große Kompetenz in allen stiftungsrelevanten Fragen" hat und in Sachen Reporting sowie Führung eines solches Unternehmens wertvolle Hilfe leisten kann. Aber diese Pluspunkte werden leider durch elementare Fehler im wichtigen Feld des Anlagevorschlags wieder zunichtegemacht. Der Kunde gewinnt den Eindruck, dass die Experten der HSBC schlicht und einfach ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben.

Services im Rahmen der Stiftungseinrichtung
Unterstützung
• bei der Auswahl des Stiftungszweckes
• bei der Konzeption einer Stiftungslösung
• bei der Ausarbeitung einer Stiftungssatzung
• Anerkennungsverfahren bei Behörden
Services im Rahmen der Stiftungsbetreuung
Unterstützung
• der Koordinierung von Bankverbindungen
• bei Strategiegesprächen
• Unterstützung bei Fundraising
• Alles mit den eigenen Mitarbeitern
Services im Rahmen der Stiftungsverwaltung
Unterstützung bei
• Rechnungslegung
• Jahresabschluss
• Förderverwaltung
• Alles mit den eigenen Mitarbeitern.
• Im Rahmen eines sogenannten Stiftungsreportings bietet HSBC in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsprüfern und Rechtsanwälten eine ausführliche Stiftungsdokumentation: Jahresabschluss mit Gewinn- und Verlustrechnung, Vermögensrechnung, Mittelrechnung, Projektrücklagenrechnung, Prüfung der Einhaltung stiftungsrechtlicher Auflagen u.v.m.
Mitarbeit in Stiftungsgremien
• Auf Wunsch arbeiten HSBC-Spezialisten im Stiftungsrat, Aufsichtsrat, Verwaltungsrat, Kuratorium oder beratenden Gremien mit
Unterstützung der Geschäftsführung der Stiftung
• In allen Fragen der Geschäftsführungstätigkeit als externer Berater
Angebot von Treuhandstiftungen
• Ja, mit externer Treuhänderin
Weitere Services für Stiftungen
• Ein Schwerpunkt der sozialen Verantwortung des Hauses liegt in der Bildung junger Menschen. Das HSBC Trinkaus-Schulprojekt hilft, ökonomische Kenntnisse zu vermitteln, die in unserer modernen Gesellschaft unverzichtbar sind. HSBC Trinkaus engagiert sich zudem als einer der Hauptförderer für das christliche Kinder- und Jugendwerk Die Arche e.V. im Düsseldorfer Stadtteil Wersten. Die Arche Düsseldorf hat Anfang 2010 ihre Tätigkeit aufgenommen und wird von Mitarbeitern der HSBC unter anderem bei der Organisation von Festen oder bei Ausflügen unterstützt.
Seit wann verfügt Ihr Haus über Stiftungskompetenz?
Seit 1850
Wie viele fremde Stiftungen betreuen Sie?
114 Stiftungen mit einem Volumen von 1,9 Mrd. EUR
Haben Sie eine eigene Stiftung?
Amtierende und ehemalige Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der HSBC haben zum Teil eigene Stiftungen, z.B. die Dr. Meyer-Struckmann-Stiftung
Mit welchen Stiftungsaufsichtsbehörden hatten Sie bereits zu tun und kennen deren ggf. spezifische Anforderungen?
Bundesweit arbeitet die HSBC mit diversen Stiftungsaufsichtsbehörden zusammen.
In welchen Niederlassungen haben Sie Ansprechpartner mit Stiftungskompetenz?
In der Zentrale in Düsseldorf und allen 7 Niederlassungen

Stiftungsservices und Transparenz


Wissenswertes

Im Rahmen eines sogenannten Stiftungsreporting bietet die HSBC in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsprüfern und Rechtsanwälten eine ausführliche Stiftungsdokumentation an: Diese umfasst einen Jahresabschluss mit Gewinn- und Verlustrechnung, eine Mittelrechnung, eine Projektrücklagenrechnung sowie die Prüfung der Einhaltung stiftungsrechtlicher Auflagen.
Bei der sozialen Verantwortung konzentriert sich die HSBC auf die Bildung junger Menschen. So ist HSBC in Deutschland einer der Hauptförderer des christlichen Kinder- und Jugendwerkes Die Arche e.V. im Düsseldorfer Stadtteil Wersten. Die Arche hat 2010 ihre Tätigkeit aufgenommen und wird von der HSBC unter anderem bei der Organisation von Festen oder Ausflügen unterstützt.


 

Adresse und Ansprechpartner zum Thema Stiftungen

HSBC Ronald Böttcher, Direktor Relationsmanager Praxisgruppe Stiftungen, Telefon: +49 (0) 40 35614 – 101, ronald.boettcher(at)hsbc.de

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Mehr erfahren zum Rating Stiftungsmanager 2019

Fazit

HSBC liefert eine umfangreiche Präsentation mit einem langen Vorspann ab, in dem die Prämissen der Bank und der Vermögensverwaltung vorgestellt werden. Der Anlagevorschlag kommt leider nur von der Stange, wichtige Kundenfragen werden allenfalls gestreift oder schlicht und einfach unter den Teppich gekehrt.
Die HSBC scheint sich somit auf den Erfolgen der Vergangenheit auszuruhen und meint, den Kunden mit einer 08/15-Strategie ergänzt um einen sehr hohen Emerging Markets-Anteil aus der Schublade abfertigen zu können. Hier fehlen der Schwung, die Begeisterung sowie die notwendige Raffinesse, um ein intelligentes und zielgerichtetes Portfolio aufbieten zu können. Die Konkurrenz zeigt mehr Erfindungsreichtum und Enthusiasmus, die HSBC bleibt in diesem Wettbewerb auf den hinteren Rängen zurück.

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