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Ehemaliger Studentenführer, Sozialistin und Gewerkschafter erringen Wahlsiege

Linksdrift in Südamerika setzt sich fort

Globus zeigt Karte von Südamerika. © Dana Britton / stock.adobe.com
Die lateinamerikanischen Staaten schwenken nach links. Das wird Folgen haben für deren Sozialpolitik, Staatsverschuldung, Investitionsschutzbestimmungen, Außenhandel und Umweltschutz. Die Auswirkungen werden auch in Deutschland zu spüren sein.

Die politische Landkarte in Südamerika verschiebt sich nach links. Eine Liste aktueller Fälle:

  • In Brasilien deutet alles darauf hin, dass im Herbst Lula Da Silva die Wahlen für sich entscheiden wird.
  • In Chile ist seit dem 11.03.2022 der ehemalige Studentenführer Gabriel Boric, der die linke Parteienkoalition Apruebo Dignidad anführt, Präsident des Landes.
  • Seit dem 27.01.2022 ist Xiomara Castro sozialistische Präsidentin von Honduras.
  • Peru wird seit 2021 vom ehemaligen Gewerkschaftsführer Pedro Castillo regiert.
  • Bei den kolumbianischen Kongress- und Präsidentschaftsvorwahlen vom 13.03. war das linke „Pacto Histórico“ der große Gewinner.

Linke Regierungen, die schon länger an der Macht sind:

  • In Argentinien ist seit 2019 der Linke Alberto Ángel Fernández Präsident – auch wenn seine Partei bei den vorigen Parlamentswahlen im Herbst 2021 Verluste hinnehmen musste.
  • Links-protektionistische Regierungen sind seit Längerem in Bolivien an der Macht.  
  • In Costa Rica regiert seit 2018 die Mitte-Links Arbeiterpartei von Carlos Alvarado Quesada.
  • Das sozialistische Regime in Kuba hat mittlerweile Kult-Status.
  • Mexiko wird seit 2018 von den Sozialdemokraten unter Andrés Manuel López Obrador regiert.
  • Nicaraguas Präsident Daniel Ortega war Mitglied einer linken Guerillaorganisation, aus der heraus die jetzige Regierungspartei entstanden ist.
  • Venezuela ist ein sozialistisch-autoritäres Regime.

Regierungen schützen ihre Rohstoffe

Der Linksrutsch verändert den Kontinent dauerhaft. Unternehmen und Freihandels-Politiker suchen liberale und marktfreundliche Regierungen in Südamerika nahezu vergeblich und finden sie auch immer seltener. Das hat Auswirkungen: Investitionsschutzbestimmungen und Umweltrechte werden in Zukunft einen höheren Stellenwert in den südamerikanischen Ländern einnehmen. Das wird Rohstoff-Importe aus Lateinamerika (Lithium, Kupfer, Agrarrohstoffe wie Kaffee, Zucker, Kakao) verteuern und somit letztendlich zu einem Inflationstreiber werden.

Aktuelle Fallbeispiele zeigen, was Unternehmen zu erwarten haben. Chile hat zuletzt angekündigt, die Kupfer-Schätze im Stil Salvador Allendes wieder zu „nationalisieren“. In Honduras verlieren Bergbaugesellschaften ihre Konzessionen. In Peru wurden die Tätigkeiten des spanischen Öl-Konzerns Repsol vorerst gestoppt.

Staatsverschuldung wird steigen

Gleichzeitig ist zu erwarten, dass die Staatsverschuldung der südamerikanischen Länder weiter zunimmt. Das Default-Risiko, dem Argentinien gerade durch einen IWF-Kredit kurzfristig entronnen ist, ist noch nicht vom Tisch. Auch für andere südamerikanische Staaten erwarten wir, dass sich die Staatsfinanzen in den nächsten Jahren spürbar verschlechtern werden. Als Investmentregion wird Südamerika damit insgesamt unattraktiver.

Branchen mit Chancen

Einige Branchen haben dennoch gute Aussichten und werden auch politisch Rückenwind spüren. Südamerika hinkt z. B. beim Ausbau der Erneuerbaren Energien hinterher. Ohne Technologie-Importe wird der Kontinent diese Transformation kaum meistern können. Darüber hinaus sind von den Staaten zahlreiche Infrastrukturprojekte geplant, die Knowhow, Ausrüstung und Materialen benötigen. 

Auch von der zunehmenden E-Mobilität könnte der Kontinent profitieren. Beispiel Bolivien: Das Land sitzt auf einem Lithium-Schatz – den braucht der Westen für die Elektromobilität. Zieht Bolivien die Preise zu sehr an, gibt es auch Alternativen (vgl. FB vom 22.06.21 und FB 26.07.21). Der Lithium-Abbau dürfte aber mit höheren Umweltschutzauflagen verbunden sein als bisher. 

Fazit: Südamerika driftet politisch weiter nach links. Die Investitionsbedingungen für ausländische Unternehmen verschlechtern sich, politische Risiken wachsen. Einzelne Branchen werden aber dennoch besonders gefragt sein.
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