Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2849
Zustimmungswerte zu Regierungen in Europa kühlen ab

Osteuropäer halten zu ihren Regierungen

In zahlreichen europäischen Ländern müssten die aktuellen Regierungen ihren Hut nehmen. Copyright: Pixabay
Die allermeisten europäischen Regierungen saßen 2020 so fest im Sattel wie noch nie. Doch dieses Bild bekommt zum Jahreswechsel immer mehr Risse. Wir haben uns durch die europäischen Umfragen gekämpft und recherchiert, von welchen Regierungschefs wir uns womöglich bald verabschieden müssen.

In zahlreichen europäischen Staaten haben sich die Zustimmungswerte zu den Regierungen seit den Hochs im Corona-Sommer 2020 wieder deutlich abgekühlt. Dennoch: Die allermeisten Regierungen hätten bei aktuellen Wahlen laut Umfragen noch immer eine Mehrheit.

Zur Erinnerung: Das Jahr 2020 war nicht nur das Jahr der Pandemie, sondern auch das Jahr der Exekutive. Getreu dem Motto „Handeln statt reden“, drehten die Regierungen kräftig auf – das gefiel. Nun kristallisiert sich in Umfragen immer mehr eine Gegenbewegung heraus. Die annähernd gleichbleibend hohe Zustimmung zu CDU und SPD ist im europäischen Vergleich eher die Ausnahme. In zahlreichen Ländern könnte die jetzige Regierung so nicht fortbestehen:

  • In UK liegen die Tories in Umfragen mit 39,7% knapp vor Labour (38,1%). Das Problem der Konservativen: Mittlerweile bedarf es sogar eines dritten Koalitionspartners, um eine mehrheitsfähige Regierung zu bilden. Eine mehrheitsfähige Koalition könnte nach aktuellen Zahlen aber nur Labour unter sich vereinen. Wären heute also Parlamentswahlen in UK, hieße der nächste Premier nicht Boris Johnson, sondern Keir Starmer. Einziger Trost für Johnson: Im Sommer lagen seine Umfragewerte noch bei mageren 22%. Seitdem sind allerdings nahezu alle Wähler der Brexit-Partei um Nigel Farage zu den Konservativen zurückgekehrt.

Linke in Südeuropa auf dem Rückzug

  • Auch in Spanien würde nach aktuellen Umfragen die linke Regierung von Premier Pedro Sànchez einen neuen Koalitionspartner brauchen. Seine Zustimmungswerte liegen 6% unter denen vom Sommer 2020. Der Juniorpartner von der linken Podemos hat sich indes innerhalb der letzten zwei Jahre beinahe in der Wählergunst halbiert.
  • In Schweden käme die sozialdemokratisch-grüne Regierung auf aktuell 30,4%. Sie regiert als Minderheitsregierung – allerdings als eine der schwächsten in der schwedischen Geschichte. Die Zustimmung zu den Regierungschef-stellenden Sozialdemokraten liegt 4 Prozentpunkte unterhalb des Sommerhochs. Die schwedischen Grünen erringen konstant 4%.
  • In Irland braucht die links gerichtete Dreier-Koalition nicht um ihre Mehrheit zittern. Die Zustimmungswerte sind etwa so hoch wie im Sommer 2020.
  • Bei unseren dänischen Nachbarn regieren die Sozialdemokraten in einer Minderheitsregierung – im kleinen Nordseestaat eher die Regel als die Ausnahme. Die Zustimmung zur Regierung liegt hier 3 Prozentpunkte unterhalb des Sommerhochs.
  • In Österreich erreicht die aktuell konservativ-grüne Koalition noch eine hauchdünne Mehrheit. Die ÖVP von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz liegt in Umfragen bei 39,4%. Das sind 6 Punkte unter dem Sommerhoch 2020. Die Grünen liegen derzeit nahezu 3 Punkte unterhalb ihres letzten Wahlergebnisses. Wieder im Aufwärtstrend befindet sich die rechte FPÖ. Ihren Tiefpunkt erreichte die Ibiza-Skandal-Partei im Mai 2020 bei 10%. Aktuell kommt sie in Umfragen auf 15%.
  • Über die Situation in Frankreich, den Niederlanden und Italien hatten wir Sie in vorherigen Ausgaben bereits informiert. Auch hier sinken die Zustimmungswerte, vor allem in Paris und Rom sitzen die "Falschen auf dem Thron".

Konstant hohe Zustimmungswerte in Osteuropa

Die geschmähten Osteuropäer sind mit der Politik ihrer Regierungen dagegen weitgehend einverstanden. Hier muss derzeit keine Regierung um ihre Mehrheit fürchten.

  • In Polen betrug die Zustimmung zur rechten PiS-Partei im Sommer 2020 noch 41%. Aktuell liegt sie bei 35% und damit noch gute 13 Punkte vor der liberalen Bürgerkoalition.
  • In Tschechien ist die Zustimmung zur konservativ-populistischen ANO-Partei von Premier Andrej Babis anhaltend hoch mit 27,7% (5 Punkte weniger als noch im Sommer). Auf den zweiten Platz landet mit 17% die links-grün gerichtete tschechische Piratenpartei. Sorgen um einen Regierungswechsel braucht Babis vorerst keine zu haben.
  • In Ungarn liegt die Fidesz-Partei in Umfragen konstant zwischen 46% und 55% Zustimmung.
  • Erdogans AKP in der Türkei liegt konstant bei über 35%. Die sozialdemokratische CHP folgt mit aktuell 24,1% in Umfragen. Der derzeit regierende national-konservative Block braucht sich demnach keine Sorgen zu machen.
  • Auch in Griechenland behalten die Konservativen das Ruder in der Hand. Sie führen mit 45% die Umfragen deutlich an. Die Zustimmung ist auf etwa dem Niveau des Sommers.

Europa ohne Reisefreiheit nichts wert

Auch das sollte Brüssel und den nationalen Regierungen zu denken geben. Laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung ist die wichtigste Errungenschaft der EU die Reisefreiheit. Ohne diese, gaben 75% an, wäre eine EU für sie es nicht wert weiter zu bestehen. 

Fazit: Zahlreiche Regierungen in Europa wackeln. Einzig jenseits von Oder und Alpen gilt die Devise: Im Osten nichts Neues. Hinweis: In der Onlinefassung des Artikels gehen nehmen wir noch weitere Regierungen in den Blick.

Hier: FUCHSBRIEFE abonnieren

Meist gelesene Artikel
  • Value Experts sind Trusted Wealth Manager 2024

Keine Verfahren und hohes Weiterempfehlungsverhalten bei VALEXX

© Grafik: envato elements, Redaktion Fuchsbriefe
Die Value Experts zeigt sich als ein Unternehmen, das sich durch Professionalität und eine hohe Zufriedenheit seiner Kunden auszeichnet. Laut Selbstauskunft wurden weder Verfahren gegen das Unternehmen geführt, noch gab es außergerichtliche Einigungen oder gerichtliche Urteile, die eine negative Tendenz aufweisen könnten. Das ist außergewöhnlich und deckt sich auch mit den Informationen, die die FUCHS | RICHTER Prüfinstanz aus ihrem laufenden Monitoring des Unternehmens bezieht.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Credo Vermögensmanagement GmbH

CREDO baut Nähe zum Kunden auf

Thumb Stiftungsvermögen 2024, © Grafik Redaktion Fuchsbriefe mit Envato Elements
Eule, Segelboot, Keimling und Füllhalter – mit diesen Bildmotiven begrüßt CREDO auf der Website seine Gäste. Die Eule beobachtet genau, das Segelboot manövriert durch stürmische Zeiten, der Keimling steht für gesundes Wachstum und der Füllhalter soll Unabhängigkeit symbolisieren. Nicht schlecht gelöst. CREDO bedeutet laut Website „Ich glaube". Glauben und Vertrauen seien die wertvollsten Güter, der Ursprung des Unternehmens liege in kirchlichen Mandaten. Das passt perfekt zur Stiftung Fliege.
  • Fuchs plus
  • Flutter Entertainment ist die Glücksspiel-Nummer 1

Flutter strebt Aktiennotiz in den USA an

Steigender Gewinn ©Eisenhans - Fotolia
Der Glücksspielmarkt wächst - und Flutter Entertainment wächst noch schneller. Nun will das Unternehmen seinen Börsensitz in die USA verlegen. Das Kalkül dahinter ist klar und dürfte Aktionäre freuen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Zinssenkung im September bleibt ungewiss

US-Inflationsdaten: Ein Hoffnungsschimmer, mehr nicht

Amerika Börse © TexBr / stock.adobe.com
In den USA könnte im (Früh-)Herbst (September) die erste Zinssenkung anstehen. Darauf deuten die Daten vom aktuellen Rand hin. FUCHS-DEVISEN haben die vorliegenden Inflationszahlen in ihrer Bestandteile zerlegt und dies mit dem Prognosemodell der Fed abgeglichen, das wir hier Anfang April vorgestellt haben.
  • Fuchs plus
  • Durchwachsene Ernte-Prognosen

Weizen-Preis strebt wieder nach oben

Weizen © Elenathewise / fotolia.com
Die Ernte-Prognosen für Weizen treiben den Preis wieder hoch. In den USA fielen sie geringer aus als erwartet. In Russland hat eine überraschende Frost-Periode die Aussaat massiv geschädigt. Wie weit kann der Weizen-Preis noch gehen?
  • Fuchs plus
  • Bitcoin wird vom US-Wahlkampf angeschoben

US-Wahlen werden Krypto-Treiber

Die Flaute auf den Krypto-Märkten nähert sich ihrem Ende. Die Fortsetzung des Bullenlaufs wird bald beginnen. Sie wird angetrieben unter anderem durch die Präsidentschaftswahlen in den USA.
Zum Seitenanfang